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Tag der Deutschen Einheit : Türkische Regierung schlägt Einladung aus

vom
Aus der Onlineredaktion

Zum deutschen Nationalfeiertag schickte die türkische Regierung Vertreter im Ministerrang an die Botschaft in Ankara - vor der Krise. Die meisten Minister haben nicht einmal abgesagt.

svz.de von
erstellt am 06.Okt.2017 | 22:00 Uhr

Die türkische Regierung hat trotz persönlicher Einladung von Botschafter Martin Erdmann keinen offiziellen Vertreter zu den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Ankara entsandt. „Ich habe persönlich jedes einzelne Kabinettsmitglied eingeladen, einschließlich des Ministerpräsidenten“, sagte Erdmann der Deutschen Presse-Agentur am Rande der Feierlichkeiten in der Botschaft am Freitag in Ankara. Bis auf Vize-Ministerpräsident Mehmet Simsek und Verkehrsminister Ahmet Arslan habe keines der 27 Kabinettsmitglieder eine Absage auf die Einladung geschickt.

Die Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland sind besonders seit der Bundestagsresolution vom Juni 2016 zum Völkermord an den Armeniern angespannt. Seitdem hat sich das Verhältnis unter anderem durch die Inhaftierung deutscher Staatsbürger in der Türkei weiter verschlechtert. Vor der Armenier-Resolution war es üblich, dass türkische Minister die Regierung beim deutschen Nationalfeiertag vertraten. Danach war im vergangenen Jahr der damals designierte Botschafter in Berlin, Ali Kemal Aydin, der offizielle Repräsentant.

Erdmann sagte am Freitag: „Wie wir sehen, ist von türkischer Seite kein führender Vertreter zu unserem Tag der Deutschen Einheit gekommen. Es gibt einige türkische Offizielle hier, zum Beispiel aus dem türkischen Generalstab, aus dem Außenministerium und aus anderen Ministerien. Aber keinen offiziellen Repräsentanten, der auf meine Gastgeberrede eine Gegenrede oder Antwortrede halten würde, wie das eigentlich üblich ist.“ Politische Schlüsse wollte der Botschafter daraus nicht ziehen. Er sagte nur: „Wir nehmen das zur Kenntnis.“

Die deutsche Botschaft beging den Tag der Deutschen Einheit, der eigentlich am Dienstag war, aus logistischen Gründen erst am Freitag.

Erdmann ging in seiner Ansprache vor rund 700 geladenen Gästen nicht auf die diplomatische Krise zwischen Ankara und Berlin ein. Der Diplomat betonte stattdessen, dass Ankara beim Prozess der Wiedervereinigung an der Seite Deutschlands gestanden habe. „Wir werden immer dankbar sein für die Unterstützung der Türkei.“

Die Antwortrede hielt auf Einladung Erdmanns der Chef von Siemens in der Türkei, Hüseyin Gelis. Zuvor hatte ein gemeinsamer Chor aus Kindern der deutschen Schule und von türkischen Schulen in Ankara die Nationalhymnen der Türkei und Deutschlands gesungen.

 

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