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Groß-Demonstration in Köln : Türkei-Flaggen und Massenjubel

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Viele Tausend Türkischstämmige feiern am Rhein Erdogan: Präsident schickt Grußbotschaft

Ein Meer aus roten Halbmond-Flaggen, viele Männer und Frauen sind ganz eingehüllt in die türkische Nationalfahne, es geht emotional zu bei der Kundgebung in Köln. Auch der Regen kann die etwa 20  000 Teilnehmer nicht schrecken.

Offizielles Thema ist der gescheiterte Putschversuch in der Türkei vor zwei Wochen. Aber die Demo-Teilnehmer wollen vom Rhein vor allem eine machtvolle Botschaft senden: volle Unterstützung für den Kurs des islamisch-konservativen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Viele scheinen geradezu im Erdogan-Rausch. Von der Bühne ruft ein Redner: „Wir sind Deutschland.“ Er wartet auf das Echo. Aber aus der Masse schallt ihm entgegen: „Allahu akbar“ – Arabisch für „Gott ist groß“. Die türkische und die deutsche Nationalhymne werden gespielt. Eine Schweigeminute für die Opfer des Putsches in der Türkei wird abgehalten, auch für die Toten bei Anschlägen in Deutschland und Frankreich. Die Themen vermischen sich.

Im Fokus aber steht Erdogan – und der Jubel der Menge ist ihm jedes Mal gewiss. Demo-Teilnehmer Cabuk Kenan findet die drakonischen Maßnahmen des Ausnahmezustands in der Türkei richtig.

Der türkische Präsident dankte in einer Grußbotschaft, die aus den Reihen der Organisatoren verlesen wurde, allen türkischstämmigen Bürgern in Deutschland für ihre moralische Unterstützung bei der Vereitelung des Staatsstreichs am 15. Juli. Die Kölner Demonstration zeige, dass das Band zwischen der Türkei und den in Deutschland lebenden Türkischstämmigen immer noch sehr eng sei. Daran werde sich auch niemals etwas ändern.

Nicht alle Kölner zeigen Verständnis für die Demo. „Dass der politische Kampf in der Türkei zu uns nach Deutschland verlegt wird, finde ich nicht korrekt“, sagt Anwohner Rainer Musculus. „Ich habe lange in der Türkei gelebt, viele meiner Freunde dort sind Erdogan-Kritiker und haben jetzt große Angst. Dass hier nun Erdogan-Fans demonstrieren dürfen, ist für mich schwer zu akzeptieren“, meint Karl Zühlka. Und Nele Skipp sagt: „Eine Pro-Merkel-Demo würde in der Türkei ja wohl niemals erlaubt.“

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