Treffen der Mächtigen in der „Weißen Stadt am Meer“

Dieses Bild des G8-Gipfels mit den wichtigsten Regierungschefs ging um die Welt.
Dieses Bild des G8-Gipfels mit den wichtigsten Regierungschefs ging um die Welt.

Was vom Gipfel in Heiligendamm vor acht Jahren in Erinnerung geblieben ist

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05. Juni 2015, 12:00 Uhr

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war bereits 2007 Gastgeberin beim Treffen der Mächtigen: Vom 6. bis 8. Juni hatte sie damals nach Heiligendamm zum G8-Gipfel in das Grand Hotel Kempinski eingeladen. In Erinnerung blieb vor allem das Gruppenfoto der mächtigsten Männer und Frau der Welt in einem Riesen-Strandkorb.

Dieses offizielle Gruppenbild der Tafelrunde der Mächtigen konkurriert mit dramatischen Aufnahmen vom größten Polizeieinsatz in der Geschichte der Bundesrepublik seit 1945. Mehr als 17 000 Polizisten sicherten das Gipfeltreffen im Ostseebad. Dennoch gelang es mehr als 12 000 Gipfelgegnern immer wieder, die wichtigsten Zufahrtsstraßen zum Tagungsort zu blockieren. Selbst ein zwölf Kilometer langer und 2,50 Meter hoher Zaun aus Stahlgittern und Beton mit Stacheldraht umwickelt sowie mit Kameras und Bewegungsmeldern ausgerüstet, konnte das Vordringen der Kritik der Demonstranten nicht verhindern.

Kontroversen gab es bis in den Bundestag zum Einsatz von 1100 Soldaten der Bundeswehr zur logistischen Unterstützung, Sicherung des Seegebietes und des Luftraums mit militärischem Gerät wie 14 Tornado-Kampfflugzeugen und vier Eurofightern. Im Mittelpunkt stand vor allem die Rechtmäßigkeit der Luftaufnahmen der Aufklärungsflugzeuge über dem Lager in Reddelich, in dem Gipfel-Gegner campierten.

Eine breite Protestbewegung hatte während des Gipfels verschiedene Demonstrationen organisiert. Bereits die zentrale Auftaktdemonstration am 2. Juni in Rostock kippte in gewalttätige Randale. Etwa 2000 Autonome des Schwarzen Blocks lieferten sich brutale Straßenschlachten mit ca. 5000 Polizisten.

Unvergessen bleiben ausufernde Aktionen der Polizei und Justiz: In einer großen Industriehalle wurden bis zu 20 Menschen in etwa 25 Quadratmeter großen, käfigartigen Zellen aus Metallgittern festgehalten. Anwälte warfen den Verantwortlichen Freiheitsberaubung und Rechtsbeugung vor. Erst durch ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte vom 1. Dezember 2011 wurde die Ingewahrsamnahme als Verstoß gegen die Menschenrechte anerkannt und Deutschland zur Entschädigung verurteilt.

Die wohl dramatischste Protestaktion passierte auf der Ostsee. Mehrere Greenpeace-Schlauchboote drangen in die Sperrzone des Gipfels ein. Nach einer etwa zehnminütigen Verfolgungsjagd drängte die Wasserschutzpolizei die Boote bei Kühlungsborn mit einem Aufsehen erregenden Manöver ab.


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