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Politik : Totschweigen oder angreifen?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

svz.de von
erstellt am 15.Sep.2014 | 20:58 Uhr

Angela Merkel lässt sich nichts anmerken. Die Kanzlerin und CDU-Chefin zeigt sich am Tag danach scheinbar unbeeindruckt vom Erfolg der Alternative für Deutschland. Die beste Antwort sei „eine erfolgreiche Regierungsarbeit für die Menschen im Lande“. Von Nervosität oder Alarmstimmung ist in der CDU-Parteizentrale nichts zu spüren. Für die Kanzlerin bleibt es dabei: Keine Zusammenarbeit mit der AfD. Die Union müsse sich mit den Themen und Inhalten der Euro-Gegner auseinandersetzen. Die CDU-Spitze setzt offenbar vor allem darauf, dass sich die Rechtsaußen-Partei von Bernd Lucke von allein erledigt und wieder aus der politischen Landschaft verschwindet.

Wie soll die CDU mit der AfD umgehen? Einfach ignorieren, wie Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) empfohlen hatte? Eine Strategie, gegen die sich unter den Christdemokraten immer mehr Widerstand regt. Der konservative Berliner Kreis, ein Zusammenschluss von CDU-Politikern, die eine stärkere Betonung der Grundwerte der Partei fordern, spricht sich jetzt für eine Kursänderung im Umgang mit der AfD aus. Die Union müsse sich jetzt mit den Eurokritikern auseinandersetzen und um die AfD-Wähler kämpfen, heißt es in einem dreiseitigen Manifest der Gruppe. „Wenn sich rechts von der Mitte eine neue Partei etabliert und beachtliche Wahlerfolge erzielt, ist das doch gerade ein Problem der Union“, erklärte CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach, einer der Autoren des Appells, gestern im Gespräch mit unserer Redaktion. Das beste Mittel gegen die AfD sei, „sie politisch und inhaltlich zu stellen und zu entzaubern“, so Bosbach. „Mit Wegducken bekommen wir die AfD nicht weg.“



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