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Tödliche Schüsse in Kiew

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Proteste gegen ukrainischen Präsidenten Janukowitsch versinken im Chaos

Mit den ersten tödlichen Schüssen auf Demonstranten in Kiew eskalierte gestern Abend die Gewalt in der ukrainischen Hauptstadt. Radikale Gegner des prorussischen Präsidenten Janukowitsch lieferten sich blutige Straßenschlachten mit Sicherheitskräften. Stapelweise brannten Reifen, giftiger schwarzer Qualm lag über dem Zentrum. Im Schneetreiben rückten Spezialeinheiten mit Schützenpanzern vor.

Oppositionelle duckten sich hinter ausgebrannten Stahlskeletten von Einsatzfahrzeugen. Als Waffen dienten Steine und Molotow-Cocktails sowie Blendgranaten und Wasserwerfer. Und offenbar auch erstmals scharfe Munition – mehrere Männer sind erschossen worden. Die Opposition spricht gegen Mitternacht von drei bis sieben Toten.

Damit wäre eine historische Grenze überschritten, meint auch der deutsche Botschafter Christof Weil. Denn trotz aller Krisen und bisweilen gewaltsamer Proteste: Noch nie sind bei politischen Krisen in der seit 1991 unabhängigen Ex-Sowjetrepublik Schusswaffen eingesetzt worden. Das Machtlager und die gemäßigte prowestliche Opposition um Ex-Boxweltmeister Vitali Klitschko machten sich gegenseitig verantwortlich für die Opfer. Kiew ist voller Gerüchte. Wer die tödlichen Schüsse abgefeuert hat, ist noch unklar. Unkontrollierte Spezialeinheiten oder vielleicht ultraradikale Provokateure? Neutrale Beobachter neigen zur ersten Möglichkeit. Angeblich sind Scharfschützen im Einsatz.

Fakt ist aber: Einen offiziellen Schießbefehl haben die Einsatzkräfte nicht.

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erstellt am 23.Jan.2014 | 00:35 Uhr

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