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Kriminalität : Terror mitten in Deutschland?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ein geplanter Anschlag auf ein populäres Radrennen in Hessen konnte im letzten Moment vereitelt werden. Nun sitzt ein Islamisten-Paar aus Oberursel in Haft.

Sie haben vermutlich einen Terroranschlag auf ein populäres Radrennen in Hessen geplant. Nun sitzt ein Islamisten-Paar aus Oberursel in Haft. Ist die Gefahr damit gebannt?

Wie kamen die Ermittler dem Paar auf die Spur?

Die 34-jährige Türkin hatte unter falschem Namen drei Liter Wasserstoffperoxid in einem Baumarkt gekauft. Dieser Stoff ist zum Bombenbau geeignet. Der Kauf von Wasserstoffperoxid in einer bestimmten Menge ist meldepflichtig, der Baumarkt hatte die Polizei informiert. Wie die Ermittler die Verdächtigen trotz Angabe falscher Personalien aufgespürt haben, will das Landeskriminalamt zunächst nicht mitteilen. Bekannt ist allerdings, dass der 35 Jahre alte Mann Verbindungen zur radikalislamistischen Szene hat.

Wie hat sich der Verdacht erhärtet?

In der Wohnung des Paares wurden neben dem Wasserstoffperoxid eine funktionsfähige Rohrbombe, 100 Schuss Munition und Teile eines Sturmgewehrs G3 gefunden. „Wir gehen davon aus, dass wir einen Anschlag dadurch verhindern konnten“, sagt der Leiter der Frankfurter Staatsanwaltschaft. Der Deutsch-Türke soll vor Jahren auch Verbindungen zur islamistischen Sauerland-Gruppe gehabt haben, die ebenfalls Terroranschläge geplant hatte.

Was Plante das Paar?

Das LKA geht im Moment davon aus, dass das Radrennen „Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt“ am Freitag Anschlagsziel war. Deshalb sagte die Behörde den Radklassiker sicherheitshalber ab. Sie sieht Überschneidungen beim Streckenverlauf des Radrennens und dem Bewegungsprofil der festgenommen Personen. Nach den Worten von LKA-Präsidentin Sabine Thurau ist das sichergestellte Material geeignet, eine Vielzahl von Menschen zu töten.

Warum soll eine Sportveranstaltung das Anschlagziel sein?

„Man kann es nicht überwachen, ein Radrennen ist eine große Massenveranstaltung mit tausenden Teilnehmern und Zuschauern“, sagt Susanne Schröter, Direktorin des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam. „Es ist ein weiches Ziel, das eine super Angriffsfläche bietet.“ So töteten zwei Islamisten beim Marathon in Boston (USA) 2013 drei Menschen mit Sprengsätzen und verletzten fast 250. In Deutschland sind wegen befürchteter Terrorgefahr bereits mehrfach Veranstaltungen abgesagt worden, etwa im Januar in Dresden Demonstrationen von Anhängern und Gegnern der Pegida-Bewegung und im Februar der Karnevalsumzug in Braunschweig.

Gibt es Komplizen?

Das schließen die Ermittler nicht aus. Das Radrennen wurde auch deshalb abgesagt, weil das Duo möglicherweise nicht allein handelte. Allerdings gebe es bisher keine konkreten Hinweise zu Verbindungen zu Terrornetzwerken wie Al-Kaida oder der Terrormiliz Islamischer Staat.

Besteht die Gefahr eines Anschlages weiterhin?

Das kann zumindest nicht ausgeschlossen werden. Deshalb durchkämmten auch am Freitag Beamte den Wald an der Strecke auf der Suche nach Bomben.

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