Lohn : Streit über Einkommens-Unterschiede

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Die Differenzen zwischen Männern und Frauen kommen in erster Linie durch die Berufswahl und die gewählte Arbeitszeit.

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19. März 2015, 22:12 Uhr

Eltern und Lehrer sollten nach Ansicht des Arbeitgeberverbandes Nordmetall Mädchen motivieren, öfter Berufe in der Industrie zu wählen. Ein Auszubildender in der Metallindustrie verdiene schon im ersten Lehrjahr 957 Euro im Monat, so Nordmetall gestern zum „Equal Pay Day“ (Tag für gleiche Bezahlung) mit.

Die IG Metall Küste sieht dagegen Defizite bei den Betrieben.„Wer Politiker, Eltern und Lehrer zum Handeln auffordert, muss sich auch fragen lassen, was er selbst tut“, sagte Bezirksleiter Meinhard Geiken. „Mit besseren Regelungen zu Arbeitszeit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf und der gezielten Förderung von Frauen können die Arbeitgeber dafür sorgen, dass die Metall- und Elektroindustrie für Frauen attraktiver wird. Gute Bezahlung durch Tarifverträge allein reicht nicht.“

Anders als von der Politik behauptet, betrage die tatsächliche Entgeltlücke zwischen Männern und Frauen weniger als zwei Prozent, erklärte hingegen Nordmetall-Hauptgeschäftsführer Nico Fickinger. Die weiteren 20 Prozent seien auf die unterschiedliche Berufswahl von Männern und Frauen, die höhere Teilzeitquote und längere berufliche Auszeiten zurückzuführen. Das Statistische Bundesamt weise selbst darauf hin, dass die Einkommensunterschiede in erster Linie durch Berufswahl und die gewählte Arbeitszeit entstünden.

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