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Steh auf, wenn Du ein Liberaler bist!

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

FDP präsentiert sich vor dem heutigen Dreikönigstreffen in Kampfesstimmung

svz.de von
erstellt am 06.Jan.2014 | 00:33 Uhr

Schluss mit der Trauerarbeit! So müsse das Signal des Dreikönigstreffens lauten, fordert FDP-Vize Wolfgang Kubicki „Kampfeswillen“ von seinen Parteifreunden. Für FDP-Anhänger gelte jetzt das Motto „Steh auf, wenn Du ein Liberaler bist!“

Anfeuerungsrufe wie sonst im Stadion aus den samtenen Rängen des altehrwürdigen Staatstheaters? Kubicki zieht schon mal Bilanz für das Treffen am heutigen Montag: „Die Botschaft von Dreikönig ist: Die FDP ist zurück“, verordnet der neue Vizechef seinen Liberalen neues Selbstbewusstsein. Die Freidemokraten würden nicht zulassen, dass die Große Koalition die Zukunft des Landes zu verspielen drohe. Kein Blick mehr zurück, das historische Debakel abgehakt, vorwärts heraus aus der Krise, so die Devise der neuen Parteiführung.

Doch bei allem Zweckoptimismus: Das politische Hochamt der Liberalen beim traditionellen Dreiköngistreffen dürfte diesmal ein wenig bescheidener und gedämpfter ausfallen als gewohnt. Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik trifft sich die FDP im Ländle zum Jahresauftakt in der Rolle der außerparlamentarischen Opposition. Der Schock der Bundestagswahl sitzt noch immer tief. Da wirken die jüngsten Umfragewerte wie ein Silberstreif am Horizont. Erstmals seit dem 22. September und dem Ausscheiden aus Parlament und Regierung in Berlin sehen die Demoskopen die Freidemokraten wieder bei 5 Prozent. Für den neuen Vorsitzenden Christian Lindner, der die Partei bis 2017 wieder zurück in den Bundestag führen will, ist es ein Start nach Maß.

Gerade erst waren er und seine neue Führungsmannschaft auf dem Parteitag in Berlin bestätigt worden, da gehen die Umfragewerte nach oben. Willkommener Rückenwind für die schwierigen Aufgaben. Mut machen wolle er der Partei, kündigte Lindner an. Dass viele Ränge im Stuttgarter Opernhaus womöglich leer bleiben, das Interesse an der am Boden liegenden Partei rapide abnehmen könnte, darum ist es dem neuen FDP-Chef nicht bange. Auftakt für das Wahljahr 2014: Drei Landtagswahlen, elf Kommunalwahlen und vor allem die Europawahl stehen auf dem politischen Kalender. Für die FDP geht es ums Überleben, darum zu beweisen, dass mit ihr noch zu rechnen ist.

So dürfte Lindners Rede in Stuttgart bereits eine Art Wahlkampfauftritt werden, bei dem er sich vor allem auch mit europapolitischen Themen beschäftigen und sich auch mit der Euro-kritischen „Alternative für Deutschland“ auseinandersetzen wird.

Bereits am 19. Januar sollen auf dem Europaparteitag der Liberalen in Bonn Alexander Graf Lambsdorff, Neffe des früheren FDP-Chefs und Bundeswirtschaftsministers Otto Graf Lambsdorff zum Spitzenkandidaten der Partei gekürt und die Weichen für die Europawahl gestellt werden.

Vor einem Jahr noch war auf der Stuttgarter Bühne die Zerrissenheit und der Machtkampf in der Partei offen sichtbar geworden, als der frühere Entwicklungsminister Dirk Niebel deutliche Kritik am damaligen Parteichef Philipp Rösler geübt und einen Führungswechsel gefordert hatte. Diesmal dürfte es beim Dreikönigs-Treffen deutlich harmonischer zugehen. Das alte Führungspersonal, darunter auch Niebel, spielt keine Rolle mehr. Die neue Parteispitze soll es richten. Das kleine Umfragehoch im Schatten der Großen Koalition bereits ein stabiler Trend nach oben? Die Hoffnungen der liberalen Basis ruhen vor allem auf Christian Lindner.


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