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Schröder verteidigt Umarmung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Altkanzler will Putin auch weiterhin herzlich begrüßen

von
erstellt am 11.Mai.2014 | 11:25 Uhr

Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) hat Kritik an seiner Geburtstagsparty in St. Petersburg und der herzlichen Umarmung mit Kremlchef Wladimir Putin zurückgewiesen. „Der russische Präsident ist keine Persona non grata“, sagte Schröder der „Welt am Sonntag“ und dem „SonntagsBlick“. Zugleich kritisierte er die Sanktionsdrohungen der EU und der USA gegen Russland in der Ukraine-Krise. Stattdessen plädierte er für Gespräche mit Moskau auf „Augenhöhe“.

Das Treffen mit Putin Ende April inmitten der Ukraine-Krise hatte Schröder heftige Kritik eingebracht. Er habe „nicht eine Sekunde“ darüber nachgedacht, darum zu bitten, den Empfang abzusagen, sagte der SPD-Politiker und verteidigte seine Umarmung mit Putin. „Natürlich war mir klar, dabei fotografiert zu werden. Aber ich habe nichts zu verbergen, und ich werde mich auch nicht verbiegen. Seitdem ich Wladimir Putin kenne, seit mehr als 14 Jahren, begrüßen wir uns so“, sagte Schröder. „Das ändere ich auch nicht in schwierigen Zeiten.“ Er habe mit dem Kremlchef auch über die Ukraine gesprochen und Putin gebeten, bei der Freilassung der Geiseln zu helfen. Die in der Ostukraine festgehaltenen Männer, darunter vier Deutsche, waren Anfang Mai aus einwöchiger Geiselhaft freigekommen.

Den Ausgangspunkt der Krise sieht Schröder bei der Europäischen Union. Die EU habe ignoriert, dass die Ukraine ein kulturell tief gespaltenes Land sei. „Über eine Assoziierung hätte man reden können, aber zeitgleich mit Russland! Das ,Entweder oder’ – also entweder Assoziierung mit der EU oder Zollunion mit Russland – war der Anfangsfehler.“

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