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Streit mit der Türkei : Schriftsteller Akhanli kommt unter Auflagen frei

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Der festgenommene Autor aus Deutschland wird vorerst nicht an die Türkei ausgeliefert, darf aber Madrid nicht verlassen.

svz.de von
erstellt am 20.Aug.2017 | 12:25 Uhr

Madrid/Berlin | Der auf Betreiben der Türkei in Spanien festgenommene deutsche Schriftsteller Dogan Akhanli kommt unter Auflagen frei. Er muss aber zunächst in der Hauptstadt Madrid bleiben, wie sein Anwalt Ilias Uyar der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Zunächst hatte die ARD darüber berichtet. „Er ist erschöpft“, sagte Uyar der dpa. Die Türkei habe jetzt 40 Tage Zeit, einen Auslieferungsantrag in Spanien zu stellen und zu begründen. Dann werde es in Spanien ein Auslieferungsverfahren mit Anhörung geben.

Die spanische Polizei hatte Akhanli am Samstag auf Betreiben der Türkei festgenommen. Er hatte Urlaub in Granada gemacht. Was genau ihm vorgeworfen wird, war zunächst unklar. Der Schriftsteller lebt seit seiner Flucht aus der Türkei 1991 in Deutschland und hat nur die deutsche Staatsbürgerschaft.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die auf Wunsch der Türkei erfolgte Festnahme des Kölner Schriftstellers Dogan Akhanli in Spanien kritisiert. „Ich sage dazu, dass das aus meiner Sicht nicht geht“, sagte Merkel am Sonntag in Berlin in der RTL-Fragerunde mit Bürgern „An einem Tisch mit Angela Merkel: Deutschland fragt nach“. Sie sei sehr froh, dass Spanien Akhanli, der nur die deutsche Staatsbürgerschaft hat, erst einmal freigelassen habe. Die Bundesregierung sei mit Spanien in Kontakt. „Ich würde auch jederzeit den Ministerpräsidenten anrufen“, sagte Merkel. Man dürfe die internationalen Organisationen wie Interpol nicht „für sowas“ missbrauchen.

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte sich am Samstag persönlich eingeschaltet und mit seinem spanischen Kollegen Alfonso Dastis telefoniert, um eine Auslieferung des türkischstämmigen Schriftstellers an die Türkei zu verhindern. Akhanli war als Folge einer sogenannten Red Notice bei Interpol im Auftrag der Türkei festgenommen worden. Damit kann ein Staat die Festnahme eines Gesuchten mit dem Ziel der Auslieferung beantragen.

In seinen Werken befasst sich der 1957 geborene Schriftsteller auch mit der Verfolgung der Armenier in der Türkei – einem höchst kontroversen Thema, bei dem in Akhanlis alter Heimat regelmäßig die Emotionen hochkochen. Er selbst wurde nach dem Militärputsch als Mitglied der kommunistischen TDKP 1984 verhaftet. Von 1985 bis 1987 saß er in Istanbul in einem Militärgefängnis.

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