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Gebühren : Schöne neue Roaming-Welt?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Verkehrsminister Dobrindt dringt auf Aus für Handy-Auslandsgebühren

Keine teuren Extra-Gebühren fürs mobile Surfen und Telefonieren im Ausland? Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt macht Druck. „Die Roaming-Gebühren in Europa müssen abgeschafft werden“, forderte der CSU-Politiker gestern. „Es darf für den Verbraucher keinen Unterschied machen, ob er sich beim Nutzen digitaler Angebote über Ländergrenzen hinwegbewegt.“ Dabei hat die Europäische Kommission die Abschaffung der lästigen Gebühren schon mehrfach angekündigt. Schöne neue Roaming-Welt? Die Hintergründe von Rasmus Buchsteiner:

Hat die EU-Kommission die Gebühren-Abschaffung nicht schon oft versprochen?

Ja, bereits mehrfach. Ein entsprechender Richtlinienentwurf, der nach dem Willen des Europäischen Parlaments eigentlich bis spätestens Ende 2015 in Kraft treten sollte, liegt allerdings auf Eis.

Wie reagiert die Telekommunikationsbranche auf die Debatte?

Die Unternehmen warnen vor Missbrauch und Wettbewerbsverzerrung. „Kunden könnten nach Abschaffung der Roaming-Gebühren mit der Mobilfunkkarte eines ausländischen Netzbetreibers, der wenig in seine Netze investiert, überall in Europa günstig telefonieren“, erklärte Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes Bitkom, gestern im Gespräch mit unserer Berliner Redaktion. „Den deutschen Netzbetreibern, die Milliarden in den Netzausbau stecken, würden indes die Erlöse wegbrechen.“ Preise für Inlandstelefonate und mobile Internetnutzung würden daher „zum Nachteil aller zwangsläufig steigen“.

Warum zieht sich die Entscheidung in Brüssel so lange hin?

Verbraucherschützer sprechen davon, dass die mächtige Lobby der Telekommunikationskonzerne mit ihren Bedenken auf Gehör gestoßen ist. Im Jahr 2015 gehe es nun darum, zu einer gemeinsamen Position der Mitgliedsstaaten zu kommen. Auf eine besonders rasche Entscheidung deutet dies nicht hin.
Verbraucherschützer fordern auch eine Deckelung der Großhandelspreise – also jener Gebühren, die sich die Mobilfunkkonzerne gegenseitig in Rechnung stellen. „Für die kleineren Netzanbieter wird es sonst schwierig, auf die Roaming-Gebühren zu verzichten“, so Ilja Braun, Mobilfunk-Experte beim Bundesverband der Verbraucherzentralen.

Welche Preis-Obergrenzen gelten aktuell in Europa?

Die Gebühren für „Roaming“-Telefonate innerhalb der EU dürfen seit dem 1. Juli 2014 nur noch 19 Cent statt 24 Cent je Minute plus Mehrwertsteuer kosten. Das Versenden einer SMS für deutsche Kunden darf höchstens noch 7,1 statt 9,5 Cent kosten. Bei der mobilen Internetnutzung im Ausland sank der Preis von 53,5 Cent auf 23,8 Cent pro Megabyte.
 

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