Die besten Sprüche von Helmut Schmidt : „Schmidt-Schnauze“

Helmut Schmidt hält 1978 eine Rede vor dem Deutschen Bundestag.

Helmut Schmidt hält 1978 eine Rede vor dem Deutschen Bundestag.

Egal ob als aktiver Politiker oder beliebter Talkshow-Gast: Helmut Schmidt hatte immer einen flotten Spruch auf den Lippen. Erinnerungen an einen exzellenten Redner.

von
10. November 2015, 15:28 Uhr

Helmut Schmidt ist mit 96 Jahren am 10. November 2015 gestorben. Sein scharfzüngiges Redetalent brachte ihm von politischen Gegnern einst den Namen „Schmidt-Schnauze“ ein. Der sozialdemokratische Abgeordnete, Minister, Kanzler und „Elder Statesman“ in chronologisch geordneten Zitaten:

„Mir scheint, dass das deutsche Volk - zugespitzt - fünf Prozent Preisanstieg eher vertragen kann als fünf Prozent Arbeitslosigkeit.(In der „Süddeutschen Zeitung“, 1972)

„Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen. (Im „Spiegel“ über Willy Brandts politische Wahlkampf-Visionen, 1980)

„Die heutige politische Klasse in Deutschland ist gekennzeichnet durch ein Übermaß an Karrierestreben und Wichtigtuerei und durch ein Übermaß an Geilheit, in Talkshows aufzutreten.(In Berlin, 1994)

„Politiker und Journalisten, das sind beides Kategorien von Menschen, denen gegenüber größte Vorsicht geboten ist: Denn beide reichen vom Beinahe-Staatsmann zu Beinahe-Verbrechern. Und der Durchschnitt bleibt Durchschnitt.(In einer Rede vor Studenten in Freiburg, 1995)

„Ich mache weiter, bis der liebe Gott sagt: Jetzt ist Schluss!(In einer Rede zu seinem 79. Geburtstag, 1997)

„Sich vorzustellen, dass Deutschland in der Weltpolitik eine Rolle zu spielen habe, finde ich ziemlich abwegig.(Zum Streben nach einem Ständigen Sitz für Deutschland im UN- Sicherheitsrat, 2004)

„Der Köhler, wenn er Bundespräsident wird, hat allein mehr ökonomischen Verstand als die ganze deutsche politische Klasse zusammen.(In der „Zeit“ über Horst Köhler, 2004) 

„Das gegenwärtig zur Verfügung stehende Personal ist nicht sonderlich geeignet, gemeinsam zu regieren, weil beide Seiten nicht ausreichend wissen, was sie eigentlich wollen.(In der „Zeit“ zur Frage einer großen Koalition aus Union und SPD, 2005) 

„Willen braucht man. Und Zigaretten.(In der ARD auf die Frage von Sandra Maischberger, wie er sein Arbeitspensum schafft, 2007)

„Ich war als Schüler relativ faul. Was mich nicht interessiert hat, habe ich nur flüchtig gemacht. (...) Meine Frau und ich waren ja in derselben Klasse; wir hatten eine ähnlich Handschrift, und es ist vorgekommen, dass Loki meine Hausaufgaben in mein Heft geschrieben hat, zum Beispiel in Mathematik, da war sie besser.(In der Wochenzeitung „Die Zeit“, 2008) 

„Für mich war sie wirklich die unverzichtbare Stimme des Volkes. Ich bin immer noch so stolz auf sie.(Nach dem Tod seiner Frau Loki im Oktober 2010)

„Der liebe Gott hat mich als Arbeitstier geboren.(Im November 2010 in der „Bild“-Zeitung) 

„Wohl aber ist mir sehr klar bewusst, dass ich - trotz aller redlichen Bemühungen - am Tode Hanns Martin Schleyers mitschuldig bin. Denn theoretisch hätten wir auf das Austauschangebot der RAF eingehen können.(Bei der Verleihung des Hanns-Martin-Schleyer-Preises an Schmidt im April 2013 in Stuttgart) 

„Zum einen der Tod meiner Frau. Zum anderen - viele Jahrzehnte davor - mein Besuch in Auschwitz. Und drittens die monatelange Kette von mörderischen Ereignissen, die mit Hanns Martin Schleyers Namen verbunden bleibt.(Schmidt im April 2013 über seine erschütterndsten Erlebnisse) 

„Sie haben einem uralten Mann zugehört. Sie müssen ihn nicht unbedingt ernst nehmen.(Schmidt im September 2013 in Brandenburg bei seinem einzigen großen Auftritt im SPD-Bundestagswahlkampf)

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen