zur Navigation springen
Politik

22. August 2017 | 15:08 Uhr

Rolle rückwärts

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

160 Milliarden Euro Zusatzausgaben für die Rente bis zum Jahr 2030 – das ist deutlich mehr als ein halber Jahresetat des Bundes, der hier in den nächsten Jahren für zweifelhafte Rentengeschenke aufgewendet werden muss. Für die sinnvollsten Maßnahmen im ganzen Rentenpaket – die Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente und für Reha-Leistungen – wird der geringste Teil des Geldes aufgewendet. Richtig teuer wird es jedoch bei der Finanzierung der Mütterrente und des vorzeitigen Ausstiegs aus dem Berufsleben. Mit der abschlagsfreien Rente mit 63 für langjährig Versicherte konterkariert SPD-Arbeitsministerin Andrea Nahles die Rente mit 67, die ihr Parteifreund Franz Müntefering eingeführt hatte. Die Einspareffekte für das Rentensystem werden durch diese Rolle rückwärts auf lange Zeit zunichte gemacht. Die Union reicht zu dieser unklugen und kostspieligen Maßnahme die Hand, weil sie die noch teurere Verbesserung bei der Mütterrente durchsetzen will.

Die Finanzierung des Rentenkonzepts ist auf Kante genäht, der kleinste Konjunktureinbruch wird zu schnellerer und höherer Beitragssteigerung führen oder noch mehr Steuermilliarden für die Rente erzwingen. Die Jüngeren zahlen doppelt die Zeche. Und angesichts der zusätzlichen Belastungen zugunsten bestimmter Rentnergruppen steht zu befürchten, dass für die Aufstockung der Renten von Geringverdienern am Ende gar kein Geld mehr zur Verfügung steht.

zur Startseite

von
erstellt am 17.Jan.2014 | 00:34 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen