Jamaika-Sondierungen : Risikofaktor Seehofer?

CSU-Parteichef Horst Seehofer steht massiv unter Druck.
CSU-Parteichef Horst Seehofer steht massiv unter Druck.

Wie der CSU-Machtkampf die Jamaika-Sondierungen belastet

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07. November 2017, 05:00 Uhr

Die Jamaika-Sondierung geht in die zweite Runde. Und als wären die Verhandlungen nicht schon verzwickt genug, tobt in der CSU ein Machtkampf um Parteichef Horst Seehofer.

Was wäre eine Jamaika-Einigung am Ende wert, die vom angeschlagenen CSU-Chef Seehofer ausgehandelt worden wäre, der um sein politisches Überleben kämpft? Was wird aus Bayerns Ministerpräsident? „Sobald die Sondierungsphase vorbei ist, werde ich ein bis zwei Tage nachdenken und dann klar sagen, welche Formation ich mir vorstelle“, kündigte Seehofer gestern an, setzt auf Zeit und will trotz Rücktrittsforderungen, „Trommelfeuer“ und „Kesseltreiben“ gegen ihn aus den eigenen Reihen nicht aufgeben. Am Wochenende hatte die Junge Union Bayern Seehofers Rücktritt gefordert.

Wie wirkt sich Seehofers Autoritätsverlust auf die Jamaika-Sondierungen aus? Wird er zum Risikofaktor? In der CDU wächst die Sorge, dass der Machtkampf in der Schwesterpartei ein Jamaika-Bündnis gefährden könne. Zwar werde Seehofer in Berlin jetzt als erfahrener Verhandler gebraucht. Doch sei unsicher, wie belastbar am Ende Ergebnisse wären, wenn es einem Wechsel an der CSU-Spitze geben würde.

Seit Wochen schon gibt es verschiedenste Gedankenspiele über Seehofers Zukunft: Parteifreunde würden den angeschlagenen CSU-Chef gerne nach Berlin wegloben, etwa als Arbeits- und Sozialminister. Denkbar sei auch, dass er den Parteivorsitz an Bayerns Innenminister Joachim Herrmann abgebe, der dann als Innen- oder Verteidigungsminister nach Berlin wechseln könnte, heißt es in Parteikreisen. Der CSU-Chef wolle um jeden Preis verhindern, dass Finanzminister Markus Söder die Nachfolge übernimmt.

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