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Rente benachteiligt Familien

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt: Junge Leute zahlen mehr ein, als sie bekommen

svz.de von
erstellt am 18.Jan.2014 | 00:35 Uhr

Ein heute 13-Jähriger wird im Laufe seines Lebens rund 77 000 Euro mehr in die Rentenversicherung einzahlen als später herausbekommen. Das ist das Ergebnis der neuen Studie der Bertelsmann-Stiftung.

Darin wird festgestellt, dass junge Leute von heute zwei Generationen zugleich bedienen müssten: Kinder und Eltern. Bei stark steigenden Beiträgen – für 2060 geht die Studie von 27,2 Prozent aus, derzeit sind es 18,9 – erwarte die Betroffenen im Ruhestand eine Rente auf „einem relativ niedrigen Niveau“. Als Reformmodell schlägt die Stiftung eine Mischung aus gesetzlicher Basisrente und verpflichtender Privatvorsorge vor. Dabei sollen Familien entlastet werden, etwa durch Freibeträge bei den Rentenbeiträgen. Ein Sprecher des Bundesarbeitsministeriums sagte dazu, das Rentensystem habe zum Ziel, eine „angemessene Altersversorgung“ entsprechend der eingezahlten Beiträge zu sichern. Es sei nicht dazu da, die Geburtenrate zu stärken.

Auf die Frage, wie das Ministerium die Summe von 77 000 Euro zum Vorteil der Rentenversicherung bewerte, ließ der Sprecher Zweifel an der Rechenmethode erkennen. Es sei fraglich, ob sich der Sachverhalt „so verallgemeinern“ lasse.

Die Vorsitzende des Bundestags-Sozialausschuss, Kerstin Griese (SPD), ging ebenfalls auf Distanz. „Unser Rentensystem ist kein Sparvertrag, in den man einzahlt und später das Entsprechende wieder herausbekommt.“ Das deutsche Rentenmodell habe „im Gegensatz zu den Pensionsfonds anderer Länder bislang jede Finanzkrise unbeschadet überstanden“.

Der Deutsche Familienverband (DFV) sieht sich dagegen bestätigt. Während jedes Kind der Rentenkasse 77 000 Euro an Überschuss bringe, würden die Eltern mit 8300 Euro Mütterrente „abgespeist“, kritisierte Bundesgeschäftsführer Siegfried Stresing.

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