Partei Alfa : Raus aus dem Nischendasein

Ulrike Trebesius soll Nachfolgerin von Alfa-Chef Bernd Lucke (r.) werden.
Ulrike Trebesius soll Nachfolgerin von Alfa-Chef Bernd Lucke (r.) werden.

Partei Alfa will mit Konzept für EU-Reform auf sich aufmerksam machen

svz.de von
02. Juni 2016, 12:00 Uhr

Alfa-Chef Bernd Lucke gibt den Vorsitz der von ihm mitbegründeten Partei ab und soll ihr Spitzenkandidat für die Bundestagswahl 2017 werden. Neue Parteivorsitzende soll die bisherige Alfa-Generalsekretärin Ulrike Trebesius werden. Einen entsprechenden Vorschlag will der Vorstand der Allianz für Fortschritt und Aufbruch (Alfa) an diesem Sonnabend auf einem Bundesparteitag in Demmin den Delegierten unterbreiten.

Alfa war im Juli 2015 von ehemaligen AfD-Mitgliedern um Lucke gegründet worden, die damals einen „Rechtsruck“ der Partei beklagten. Ex-AfD-Chef Lucke und Trebesius sind beide Abgeordnete des Europäischen Parlaments.

Um die Partei aus ihrem Nischendasein zu führen, will der Alfa-Vorstand demnächst ein Konzept für eine Reform der Europäischen Union vorlegen. Außerdem will die Partei für das umstrittene Handelsabkommen TTIP mit den USA werben.

„Solange Flüchtlinge und Islam im Mittelpunkt der Debatte stehen, werden wir uns aber schwer damit tun, die Aufmerksamkeit von der AfD weg und auf uns zu lenken“, sagte Lucke. Die neue Partei bestehe allerdings auch erst seit weniger als einem Jahr, „da werden wir doch jetzt noch nicht die Flinte ins Korn werfen“.

Bei den drei Landtagswahlen im März hatte Alfa in Baden-Württemberg mit rund einem Prozent noch ihr bestes Ergebnis erzielt. Mit Blick auf die im September anstehenden Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin sagte Lucke: „Das wird nicht einfach werden, aber wir hoffen, dass wir Fortschritte im Vergleich zu den letzten Landtagswahlen machen.“ Alfa hat aktuell rund 2500 Mitglieder, etwa die Hälfte von ihnen war vorher bei der AfD. Der Augsburger Verein „Aktion Lebensrecht für Alle“, der sich ebenfalls Alfa abkürzt, hatte gegen die Partei wegen der Verwendung der Bezeichnung geklagt und erstinstanzlich Recht bekommen.

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