Eklat im EU-Parlament : Präsident Martin Schulz wirft Abgeordneten aus Plenarsaal

Der Präsident des EU-Parlaments, Martin Schulz.

Der Präsident des EU-Parlaments, Martin Schulz.

Nicht mit ihm: Auf die rassistischen Ausfälle eines griechischen Abgeordneten reagiert Martin Schulz mit einem Novum. Er schmeißt den Griechen Eleftherios Synadinos aus dem Sitzungssaal.

svz.de von
10. März 2016, 09:39 Uhr

Er beschimpfte die Türken als „dumme, schmutzige Barbaren". Eleftherios Synadinos, Abgeordneter der griechischen Neonazipartei Goldene Morgenröte, konnte seine Hassparolen während einer mehrstündigen Debatte über den EU-Türkei-Gipfel am Mittwoch im EU-Parlament nicht zurückhalten: „Der einzige effektive Weg, mit dem Türken umzugehen, ist mit der Faust und mit Entschlossenheit." Mehr als unangebracht, fand diese Aussage EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD).

<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="de"><p lang="de" dir="ltr">&quot;Und wenn Sie sich nicht beruhigen, kriegen Sie ein Beruhigungsmittel.&quot;<br>EP-Präsident <a href="https://twitter.com/hashtag/Schulz?src=hash">#Schulz</a> zu einem rechten <a href="https://twitter.com/hashtag/Europa?src=hash">#Europa</a>-Abgeordneten<a href="https://twitter.com/hashtag/EPlenary?src=hash">#EPlenary</a></p>&mdash; Jascho (@J_SR) <a href="https://twitter.com/J_SR/status/707624976875126784">9. März 2016</a></blockquote>

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Schulz dulde keinen Rassismus in seinem Parlament. Prompt zog er die Konsequenzen und schloss Synadinos von Sitzung aus. Darüber hinaus verwies er den griechischen Abgeordneten des Plenarsaals. Synadinos ging allerdings erst, als Schulz ihm mit einem Rauswurf durch die Saaldiener drohte. Nur wenige Abgeordnete protestierten gegen den Ausschluss, die meisten applaudierten.

<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="de"><p lang="en" dir="ltr">Mr Synadinos being escorted out of the chamber for making disparaging remarks against the Turks <a href="https://twitter.com/hashtag/highdrama?src=hash">#highdrama</a> <a href="https://t.co/LiTUDwxCJp">pic.twitter.com/LiTUDwxCJp</a></p>&mdash; Nathan Gill (@NathanGillMEP) <a href="https://twitter.com/NathanGillMEP/status/707540877544177668">9. März 2016</a></blockquote>

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„Das EU-Parlament war immer und wird auch immer ein Ort für offene und respektvolle Debatten sein. Rassismus und fremdenfeindliche Kommentare können nicht toleriert werden", erklärte Schulz auf Facebook.

<div id="fb-root"></div><script>(function(d, s, id) {  var js, fjs = d.getElementsByTagName(s)[0];  if (d.getElementById(id)) return;  js = d.createElement(s); js.id = id;  js.src = "//connect.facebook.net/de_DE/sdk.js#xfbml=1&version=v2.3";  fjs.parentNode.insertBefore(js, fjs);}(document, 'script', 'facebook-jssdk'));</script><div class="fb-post" data-href="https://www.facebook.com/martinschulz.eu/videos/10153673049003462/" data-width="500"><div class="fb-xfbml-parse-ignore"><blockquote cite="https://www.facebook.com/martinschulz.eu/videos/10153673049003462/"><p>European Parliament is and always will be the house for open, frank and respectful debate. But Golden Dawn MEP...</p>Posted by <a href="https://www.facebook.com/martinschulz.eu/">Martin Schulz</a> on&nbsp;<a href="https://www.facebook.com/martinschulz.eu/videos/10153673049003462/">Mittwoch, 9. März 2016</a></blockquote></div></div>

Der EU-Parlamentspräsident will nun Sanktionen einleiten - möglich sei zum Beispiel ein zeitweiliger Ausschluss von der Parlamentsarbeit. Doch zunächst soll Synadinos angehört werden. Notwendig sei allerdings eine „Grundsatzentscheidung", betonte Schulz. Es gebe immer mehr Abgeordnete im Europaparlament, die rechtsextreme Positionen vertreten.

Auch auf Twitter wird der Rauswurf heiß diskutiert:

<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="de"><p lang="de" dir="ltr"><a href="https://twitter.com/hashtag/Schulz?src=hash">#Schulz</a> klare Kante gegen Nazis. Daumen hoch für den EP-Präsi</p>&mdash; Oliver Beck (@Bogerl) <a href="https://twitter.com/Bogerl/status/707690662074978305">9. März 2016</a></blockquote>

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<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="de"><p lang="de" dir="ltr">der einzig richtige umgang mit <a href="https://twitter.com/hashtag/rassismus?src=hash">#rassismus</a>: kein millimeter platz!!! <a href="https://twitter.com/hashtag/schulz?src=hash">#schulz</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/eu?src=hash">#eu</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/parlament?src=hash">#parlament</a> <a href="https://t.co/26oROkcWdO">https://t.co/26oROkcWdO</a></p>&mdash; bernhard jenny (@bernhardjenny) <a href="https://twitter.com/bernhardjenny/status/707629388486025216">9. März 2016</a></blockquote>

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<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="de"><p lang="de" dir="ltr">EU Parlamentskapo <a href="https://twitter.com/hashtag/Schulz?src=hash">#Schulz</a> hat Türkenlästerung unterbunden. So macht man sich Freunde. Fragt sich nur wo.</p>&mdash; Andreas Voigt (@kreuzebra86) <a href="https://twitter.com/kreuzebra86/status/707809683885662208">10. März 2016</a></blockquote>

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Doch nicht alle stimmen dem Verhalten zu:

<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="de"><p lang="de" dir="ltr"><a href="https://twitter.com/welt">@welt</a> Widerlich, wie sich <a href="https://twitter.com/hashtag/Schulz?src=hash">#Schulz</a> an dem kleinen Licht profiliert und ihn vorführt. Parlamentarische Souveränität sieht anders aus.</p>&mdash; Johan Levinas (@JohanLevinas) <a href="https://twitter.com/JohanLevinas/status/707696207842381827">9. März 2016</a></blockquote>

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