Anklam : Polizeigewerkschaft kritisiert Maas wegen Punkband-Tweet

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPd) zieht mit einem Tweet an einer Band Ärger auf sich.
Bundesjustizminister Heiko Maas (SPd) zieht mit einem Tweet an einer Band Ärger auf sich.

Twitter-Lob des Bundesjustizministers Heiko Maas (SPD) für einen Auftritt der linken Band Feine Sahne Fischfilet sorgt für Wirbel.

svz.de von
26. August 2016, 21:00 Uhr

Die Debatte über ein Twitter-Lob von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) für einen Auftritt der linken Band Feine Sahne Fischfilet hält an. Es sei nicht gut, wenn man Bands hofiere, die gegen den Staat und staatliche Institutionen seien, sagte der Landesvorsitzende der Polizeigewerkschaft, Christian Schumacher, am Freitag. Man habe nichts gegen Veranstaltungen gegen Rechtsextremismus wie in Anklam. Aber aus bestimmten Liedtexten der Punkband spreche Hass auf Polizei und andere Staatsorgane. „Das können wir nicht gutheißen“, sagte Schumacher.

 

Der Landtagsabgeordnete der Linken Peter Ritter erklärte dagegen, Feine Sahne Fischfilet habe mit Hilfe bundesweit bekannter Musiker etwas geschafft, was Parteien lange nicht mehr gelinge. Tausende Menschen hätten deutlich gemacht, dass sie das Land nicht rechten Populisten und Extremisten überlassen wollen. Landesinnenminister Lorenz Caffier (CDU) leiste mit seiner Kritik an Maas eher der AfD Schützenhilfe. Caffier sollte genau überlegen, mit wem er sich gemein mache.

Der CDU-Innenminister hatte den Tweet des Bundesjustizministers als „unanständig der Polizei gegenüber“ bezeichnet. Die Punkband, die 2012 im Verfassungsschutzbericht in Mecklenburg-Vorpommern auftauchte, hatte mit Texten wie „Lasst Bullenhelme fliegen“ für Empörung gesorgt. Die als linksextrem eingestufte Gruppe hatte in Anklam mit Sänger Campino und Rapper Marteria ein Konzert vor rund 2000 Fans „gegen Rechtsextremismus“ gegeben. Dafür hatte Maas der Band gedankt. „Tolles Zeichen gg Fremdenhass u Rassismus. Danke #Anklam #Campino @marteria @feinesahne! #nochnichtkomplettimarsch“, hieß es auf seinem Twitter-Account. Dies sorgt im Internet für eine Welle des Protestes.

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