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Nach den Anschlägen : Paris trotzt dem Terror

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Von den Anschlägen gezeichnet, nun wieder geöffnet: das Café Bonne Bière

An den Abenden ist es in Paris immer noch mild. Nicht mehr so frühlingshaft warm wie an jenem 13. November, an den sich hier jeder erinnert. Aber immer noch so, dass man draußen sitzen kann. Heute, nach drei Wochen Pause, soll das Leben wieder ins „Café Bonne Bière“ zurück, das „Café zum Guten Bier“. Es ist von den Terror-Zielen das erste, das seinen Betrieb wieder aufnimmt. An jenem Freitag fielen im „BB“ fünf Gäste einem der islamistischen Terrorkommandos zum Opfer.

Auf dem Trottoir liegen auch hier Unmengen an Blumen. Jeden Tag kommen noch tausende Besucher. Wegen des Klimagipfels besuchten zuletzt auch einige Staats- und Regierungschefs das Café – zu den ungewöhnlichsten Tages- und Nachtzeiten. US-Präsident Barack Obama legte nachts um 0.40 Uhr seine Blumen nieder. Der Patron, Jean-Luc Gasse, hat mit sich gerungen, ob er schon wieder öffnen soll. „Aber irgendwann ist es dann doch so weit“, sagt er.

Einige Scheiben mussten ausgewechselt werden, weil sie aus den Kalaschnikows Kugeln abbekamen. Drinnen ließ der Geschäftsführer manches ändern, nicht nur wegen der Einschusslöcher. Vor allem „aus psychologischen Gründen“, berichtet er. Die Kosten - auch für den Ausfall in den geschlossenen Wochen - übernimmt wohl die Versicherung. Was mit den Blumen und den anderen Trauerbekundungen passiert, muss noch geklärt werden. „Da haben auch die Familien der Opfer ihr Wort“, verspricht Gasse. Die Entscheidung, ob im „Bonne Bière“ künftig eine Tafel an die Anschläge erinnert, steht noch aus. „Aber geöffnet ist ab Freitag wieder, auf jeden Fall“, sagt der Patron.


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