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Kommentar - Masernimpfung : Offensiver über Schutz und Risiken sprechen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Doch müssen sich die Behörden in Berlin schon fragen lassen, warum gerade die Hauptstadt derart stark betroffen ist und nicht auch andere Regionen.

Sie galten bereits als besiegt, aber jetzt kehren die Masern zurück. Der Fall des kleinen Jungen aus Berlin-Reinickendorf, der an der Krankheit gestorben ist, lässt aufhorchen. Wenn es mit dem Impfschutz der Deutschen zum Besten bestellt wäre, hätte es einen Masern-Ausbruch wie jetzt in der Hauptstadt mit Hunderten von Erkrankten kaum geben können. Doch müssen sich die Behörden in Berlin schon fragen lassen, warum gerade die Hauptstadt derart stark betroffen ist und nicht auch andere Regionen.

Es ist eine Mischung aus fatalem Leichtsinn, Verantwortungslosigkeit, fehlender Aufklärung über Risiken und ideologischer Verblendung, die zu erheblichen Lücken beim Impfschutz der Deutschen geführt hat. Dabei ist seit Jahrzehnten in der Fachwelt unbestritten, dass das Risiko einer Masernerkrankung deutlich höher ist als die Gefahr durch mögliche Impf-Nebenwirkungen.

Die immer wieder vorgetragenen Argumente der Impfgegner werden durch Wiederholung keinesfalls besser. Viel zu spät haben die Verantwortlichen in der Politik erkannt, dass die Impfzurückhaltung in Deutschland mittlerweile bedrohliche Ausmaße angenommen hat und gerade bei der Auffrischung von Impfungen gegen Masern noch jede Menge zu tun ist. Weshalb sich die Große Koalition erst jetzt eine gründliche Impfberatung der Eltern vor dem Kita-Start ihrer Kinder zur Pflicht machen will, ist jedenfalls völlig unerklärlich. Ärzte sollten das Thema Impflücken mit ihren Patienten viel offensiver ansprechen, umfassend über möglichen Schutz und Risiken einer Erkrankung zu sprechen.

Wenn all das erkennbar nicht nutzt, muss über kurz oder lang über eine Impfpflicht nachgedacht werden. Wer tragische Todesfälle und schwerer Masern-Ausbrüche wie jetzt in Berlin vermeiden will, muss schleunigst handeln.

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