zur Navigation springen

Attentat in Köln : OB-Kandidatin bei Messerangriff verletzt

vom

Drama vor der Oberbürgermeisterwahl in Köln: Die parteilose Kandidatin Henriette Reker wird bei einer Messerattacke schwer verletzt. Der Täter soll vor dem Angriff wirre Parolen gerufen haben.

svz.de von
erstellt am 17.Okt.2015 | 12:32 Uhr

Einen Tag vor der Kölner Wahl ist die Oberbürgermeisterkandidatin Henriette Reker bei einer Messerattacke auf einem Wochenmarkt schwer verletzt worden. Ein mit einem Messer bewaffneter Mann habe die parteilose Reker am Samstagmorgen um kurz nach neun Uhr an einem Wahlkampfstand der CDU angegriffen, teilte die Stadt Köln mit. Reker sei durch einen Stich in den Hals verletzt worden. Der etwa 30- bis 40-jährige Angreifer wurde festgenommen.

Ein Polizeisprecher, sagte, bei dem Handgemenge seien vier weitere Personen verletzt worden, davon eine schwer. Reker (58) sei außer Lebensgefahr, teilte ihr Wahlkampfteam am späten Vormittag über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Sie wurde in die Uniklinik Köln gebracht. Rekers Mitarbeiter Frederik Schorn sagte der dpa, auch ein Mitarbeiter des Wahlkampfteams der OB-Kandidatin sei verletzt worden.„Unser Wahlkampf ist eingestellt“, sagte Schorn. Auch ein Rettungshubschrauber war im Einsatz.

Unklar war zunächst, welche Folgen das Attentat für die am Sonntag anstehende Wahl hat. Die Stadt und die Wahlkampfleitung nahmen Beratungen auf. Eine Stadtsprecherin sagte, laut Wahlrecht könne eine Wahl nur beim Tod eines Kandidaten abgesagt werden.

Nach Darstellung des „Kölner Stadt-Anzeigers“ wurde Reker von einer 20cm langen Klinge am Hals getroffen und an der Luftröhre verletzt.

Der Kölner CDU-Vorsitzende Bernd Petelkau, der Augenzeuge des Angriffs im Stadtteil Braunsfeld war, sagte der „Rheinischen Post“ hingegen, der Angreifer habe Reker mit einem Messer in den Bauch gestochen. Vor dem Angriff habe der Mann gerufen: „Ich rette Messias.

Das ist alles falsch, was hier läuft, ich befreie Euch von solchen Leuten.“ Nach der Attacke sei er dann ganz ruhig stehengeblieben und habe gesagt: „Ich musste es tun. Ich schütze Euch alle.“ Der Mann wurde laut Polizei noch am Tatort festgenommen. Polizei und Staatsanwaltschaft nahmen Ermittlungen auf.

Die parteilose Reker wird von CDU, Grünen und FDP unterstützt. Rekers SPD-Konkurrent Jochen Ott zeigte sich bestürzt. Bei Facebook schrieb er: „Ab sofort werde ich meinen Wahlkampf unterbrechen, bis ich weitere Informationen über ihren Gesundheitszustand habe.“ Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) reagierte schockiert auf das Attentat. „Das ist ein Angriff auf uns alle“, teilte sie am Samstag auf Twitter mit. „Hoffe und bange mit den Verletzten.“ Die Vorsitzenden der NRW-Grünen, Sven Lehmann und Mona Neubaur, zeigten sich ebenfalls schockiert. „Unsere Gedanken und Genesungswünsche sind bei den Verletzten.“ Sie riefen dazu auf, den Wahlkampf aus Respekt vor den Opfern bis zum Wahlgang ruhen zu lassen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen