zur Navigation springen

Bildungsstudie : Neuntklässler mausern sich in Englisch und Rechtschreibung

vom

Die große Ländervergleichsstudie zur deutschen Schulbildung verzeichnet wieder Licht und Schatten.

svz.de von
erstellt am 28.Okt.2016 | 10:21 Uhr

Die Schüler der 9. Klassen in Mecklenburg-Vorpommern haben sich nach einer neuen Kompetenzstudie im Fach Deutsch verbessert. Das geht aus dem gestern vorgestellten Ländervergleich „IQB-Bildungstrend 2015“ der Kultusministerkonferenz (KMK) hervor.

Demnach hat sich in Mecklenburg-Vorpommern der Anteil der Jugendlichen, die bei Lesen und Orthografie die Regelstandards erreichen, seit 2009 deutlich erhöht. Der Anteil derjenigen, die die Mindeststandards nicht schaffen, sei ebenso deutlich gesunken. Beim Lesen und in der Rechtschreibung liegen die Schüler im Nordosten leicht über dem Bundesschnitt, beim Zuhören – wo es im Vergleich zu 2009 keine Veränderung gab – genau im Schnitt.

Im Fach Englisch hat sich der Studie zufolge in Mecklenburg-Vorpommern ähnlich wie in den anderen ostdeutschen Flächenländern das Leseverstehen verbessert. Der Nordosten liegt jetzt fast schon im Bundesschnitt. Im englischsprachigen Hörverstehen hapert es der Studie zufolge noch, das Land liegt trotz einer Verbesserung der Leistungen unter dem bundesweiten Mittelwert.  

 

Die Studie untersuchte außerdem Zusammenhänge zwischen den Leistungen der Schüler und ihrer sozialen Herkunft. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es im Fach Deutsch in den Bereichen Lesen und Orthografie nur geringe Unterschiede zwischen Schülern aus sozial benachteiligten und nicht benachteiligten Familien. Im Fach Englisch liegen die Leistungen der Neuntklässler in Mecklenburg-Vorpommern beim Leseverstehen jedoch deutlich unter dem Bundesschnitt.

An der Studie für den IQB-Bildungstrend haben nach Angaben des Bildungsministeriums in Mecklenburg-Vorpommern 2096 Schüler an 110 Schulen teilgenommen. Bundesweit  waren es rund 37 000 Schüler. Die Tests bezogen sich laut Ministerium auf den mittleren Schulabschluss in Klasse 10. In die Auswertung seien aber auch die Ergebnisse von Schülern eingeflossen, die nicht die Mittlere Reife, sondern nur die Berufsreife anstrebten.

Die Schüler der 9. Klassen haben sich  im Fach Englisch bundesweit „deutlich verbessert“, in Deutsch dagegen herrscht Stagnation.

 Das bisher im Bildungsbereich sehr erfolgreiche Baden-Württemberg stürzte in den Länder-Rankings zu Deutsch und Fremdsprachen ab. Über den Sinn einschneidender Schulsystemreformen wird auch deshalb neu diskutiert. Als positiv hoben die Bildungsminister bei der Präsentation des IQB-Reports hervor, dass inzwischen in Deutschland zwei von drei Schülern die Regelstandards in Orthografie  schon ein Jahr vor dem Mittleren Schulabschluss schaffen. In Englisch hätten etwa vier von zehn Schülern diese frühzeitige Kompetenz.

Nach Ländern geordnet, kommt das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) im Vergleich zum ersten Deutsch/Englisch-Test 2008/2009 zu diesem Ergebnis: Bayern bleibt bei Bildungserfolgen insgesamt vorne, Schleswig-Holstein und Sachsen sind die Aufsteiger der vergangenen Jahre, Bremen und Berlin bilden weiterhin oft das Schlusslicht – hier gibt es allerdings besonders viele Kinder von Migranten mit einer oft schwierigeren Bildungskarriere. 

„Insgesamt sind die Leistungsunterschiede zwischen den Länder noch zu groß. Wir brauchen vergleichbare Startchancen für alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland“, so Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU).

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen