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„Alternative für Deutschland“ : Neue Studie typisiert AfD als populistisch

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) ist nach Einschätzung des Greifswalder Parteienforschers Thomas Behm eindeutig eine rechtspopulistische Partei.

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erstellt am 27.Feb.2015 | 07:50 Uhr

Die Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) ist nach Einschätzung des Greifswalder Parteienforschers Thomas Behm eindeutig eine rechtspopulistische Partei. Behm hatte im Auftrag der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) die AfD politikwissenschaftlich typisiert. In der gerade erschienen Studie heißt es: Im Gegensatz zu Landesverbänden wie Sachsen und Brandenburg fehlten der AfD in MV Identifikations-Figuren wie Frauke Petry oder Alexander Gauland. „Programmatisch besteht in MV noch gähnende Leere“, so Behm. Positionen zu landespolitischen Themen fehlten völlig und auch in der Pressearbeit äußerten sich die Sprecher nur sehr punktuell zur Landespolitik. „Das Ringen um eine eher konservativ-liberale anstatt der rechtspopulistischen Grundrichtung kann als schon sehr früh verloren gelten“, so Behm. Seit dem Rückzug konservativ-liberalerer Gründungsmitglieder wegen volksverhetzender Äußerungen des damaligen Landessprechers dominiere der rechtspopulistische Flügel. Den „Schweriner Weg“ – das gemeinsame Vorgehen der Demokraten gegenüber der NPD – lehnt die AfD MV ab. Sie möchte je nach Thema für NPD-Anträge stimmen.

Mit Blick auf die nächste Landtagswahl sei die AfD im Dilemma, meint auch Politologe Carsten Koschmieder von der Freien Universität Berlin: „Entweder begreift sie sich als populistische Alternative zu den demokratischen Parteien – dann ist sie nicht politikfähig. Oder sie will demokratisch Politik gestalten – wenn auch am konservativen Rand – dann wird ihr Alternative-Profil unglaubwürdig.“ Das erste halbe Jahr der AfD im brandenburgischen Landtag bilanzierten dortige Medien diese Woche mit dem Satz: „Fraktion leise – Chef laut“.

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