Kommentar : Neue Dimension

herholz

svz.de von
09. März 2014, 21:30 Uhr

Nicht 3,5 Millionen Euro, sondern mehr als 18 Millionen an Steuergeldern hat Uli Hoeneß hinterzogen. Warum er diese Beichte nicht bereits in seiner unvollständigen Selbstanzeige schriftlich abgegeben hatte, bleibt das Geheimnis des Bayern-Präsidenten. Gleich zum Prozessauftakt hat der Fußball-Manager viel dafür getan, dass er nicht straffrei bleiben wird, sondern ihm am Ende womöglich Gefängnis droht. Und dass ihn selbst sein eigener Anwalt zur Ordnung rufen und auf den Boden der Realität zurückholen muss, zeugt nicht davon, dass bei ihm wirklich tätige Reue vorliegt. Dass Hoeneß die volle Wahrheit, so es sich denn wirklich darum handelt, erst jetzt offenbart, deutet darauf hin, dass auch seine überstürzte strafbefreiende Selbstanzeige ein Versuch gewesen sein dürfte, das gesamte Ausmaß zu verschleiern. Seit Monaten gefiel sich der Bayern-Präsident in der Rolle des Opfers, dem ein Missgeschick passiert ist, ein Kavaliersdelikt. Davon kann bei Steuerhinterziehung allerdings keine Rede sein. Bei der sich jetzt abzeichnenden Dimension stellt sich die Frage, ob das Verfahren wirklich bereits nach vier Verhandlungstagen abgeschlossen werden kann.

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