Reaktionen zur GroKo : Netz-Reaktionen: „Damit ist die SPD endgültig Geschichte“

SPD-Mitglieder bei der Bekanntgabe des Votums im Willy-Brandt-Haus.

SPD-Mitglieder bei der Bekanntgabe des Votums im Willy-Brandt-Haus.

Die SPD kann sich über das GroKo-Votum freuen, doch die negativen Reaktionen in den sozialen Netzwerken überwiegen.

svz.de von
04. März 2018, 14:27 Uhr

Als gegen 9 Uhr die ersten Meldungen durchsickern, die SPD habe für die GroKo gestimmt, tut sich im Willy-Brandt-Haus in Berlin noch nichts. Es herrscht gespanntes Warten darauf, dass der kommissarische SPD-Vorsitzende Olaf Scholz endlich vor die Kameras tritt und das Ergebnis verkündet.

Die Reaktionen aus MV

„Eine lange, unnötige Hängepartie nimmt heute ihr Ende... Die kommenden Jahre werden gut für Deutschland. Ich stelle zudem fest, dass in Deutschland abseits der schrillen Töne insbesondere in den sozialen Netzwerken die große Mehrzahl der Menschen stabile Verhältnisse wünscht und den Wert einer handlungsfähigen, starken Regierung zu schätzen weiß.“ 
Vincent Kokert, CDU-Landesvorsitzender MV

„Der Entscheid ist keine Überraschung, denn die SPD hat das Soziale längst über Bord geworfen. Die Angst vor dem Verlust von Ministerämtern und vollends in die Bedeutungslosigkeit zu versinken ist wohl zu groß. Angst ist immer ein schlechter Ratgeber, und so wurde das aus Sicht der Mehrheit der SPD-Mitgliedschaft kleinere Übel gewählt – der Gang in die Koalition der Resignation.... Mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat eine Ostdeutsche mit am Verhandlungstisch gesessen und grandios versagt.“
Simone Oldenburg, Links-Fraktionschefin  Landtag MV

„Offensichtlich hatten die Genossen der SPD bei Umfragewerten um die 16 Prozent wenig Lust, sich bei einer Neuwahl den zweiten Platz von der AfD abnehmen zu lassen. Den neuen Eintritt in eine Koalition... hat sich die SPD mit einem massiven und dauerhaften Glaubwürdigkeitsverlust erkauft.“
Leif-Erik Holm, AfD-Bundestagsabgeordneter aus MV

Gut, dass die SPD-Mitglieder mehrheitlich dem Koalitionsvertrag zugestimmt haben... Unser Land braucht endlich eine handlungsfähige Regierung als Stabilitätsanker. Denn die antidemokratischen Kräfte rütteln an den Pfeilern unserer Grundrechte...“
Claudia Schulz, Landeschefin Grüne MV

Schon den ganzen Sonntag über gehörte der SPD-Entscheid zu den meistkommentierten Themen im Netz. Hier eine Auswahl:

 

Juso-Chef Kevin Kühnert, der maßgeblich die NoGroKo-Kampagne der Jusos vorangetrieben hatte, stellt in der Zwischenzeit fest:

Dann hat das Warten ein Ende. SPD-Schatzmeister Dietmar Nietan verkündet: 66,02 Prozent der SPD-Mitglieder haben für die GroKo gestimmt.

Mancher GroKo-Gegner hatte bereits mit diesem Ergebnis gerechnet.

Nach Nietan kommt Olaf Scholz ans Rednerpult. Scholz bewertet Diskussionen der letzten Wochen über einen Eintritt in eine neue große Koalition positiv: Die SPD sei weiter zusammengewachsen. Die Frage nach Ministerposten lässt er offen. Mehr Reaktionen von Politiker zum SPD-Votum lesen Sie hier.

In den Kommentaren der Netz-Gemeinde überwiegen die kritischen Stimmen.

 
 

Dass die Erneuerung der SPD gelingt, daran glauben die wenigsten:

Sorgen gibt, das Votum für die GroKo könnte die AfD stärken:

 

Außer Kritik gibt es aber auch Kommentatoren, die mit der GroKo einige Hoffnungen verbinden:

 

Sogar einige Jusos bewerten das Ergebnis positiv.

Einige Kommentatoren suchen nach den Gründen, warum die SPD-Mitglieder für die GroKo gestimmt haben.

Noch ein Grund sich zu freuen: Die Demokratie würde durch das Votum gestärkt.

 

Für das Ausland bedeutet das Ja zur GroKo und damit eine baldige Regierungsbildung in Deutschland eine neue Stabilität. Sorgen bereitet am Sonntag noch die Parlamentswahl in Italien.

 

Auch EU-Kommissar Pierre Moscovici beglückwünscht Deutschland.

Die SPD kann jedenfalls erstmal aufatmen.

 

Es gibt Befürchtungen, die SPD könnte durch ihren Eintritt in die Große Koalition in der Wählergunst weiter an Zustimmung verlieren:

 

Ein Trostpflaster für alle GroKo-Gegner ist wohl die Feststellung von Gabor Gottlieb, Mitglied im Hamburger SPD-Landesvorstand:

 
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