Viele Muslime verärgert : Nach Shitstorm: Brauerei entschuldigt sich für Islam-Kronkorken

Die Kritik an der Brauerei kommt mittlerweile aus der ganzen Welt. (Symbolbild)

Die Kritik an der Brauerei kommt mittlerweile aus der ganzen Welt. (Symbolbild)

Zur WM druckt eine Brauerei saudische Flaggen auf die Kronkorken ihrer Bierflaschen. Doch dafür hagelt es nun Kritik.

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11. Mai 2018, 15:20 Uhr

Die Idee der baden-württembergischen Brauerei Eichbaum klingt aus Marketinggründen nachvollziehbar: Zur Fußball-WM in Russland zieren die Kronkorken sämtlicher Bierflaschen die Flaggen der Teilnehmerländer. Doch für die Verwendung der Flagge Saudi-Arabiens hat die Brauerei den Unmut vieler strenggläubiger Muslime auf sich gezogen, die ihrem Ärger auf der Facebookseite des Unternehmens Luft machten. Die Brauerei sah sich zu einer öffentlichen Entschuldigung gezwungen.

Kern des Problems aus Sicht der Muslime: Auf der saudischen Flagge ist das Glaubensbekenntnis des Islam zu lesen. Da für Anhänger der Religion ein striktes Alkoholverbot gilt, fühlen sich viele von ihnen durch die Verwendung des islamischen Glaubensbekenntnis ("Schahāda") auf den Bierflaschen verletzt. Bier sei sündhaft ("haram") und dürfe deshalb nicht mit dem Glaubensbekenntnis verbunden werden, die Brauerei solle sich schämen, heißt es. Mittlerweile sieht sich die Brauerei auch der Empörung vieler Nutzer aus dem Ausland ausgesetzt - die zum Teil sogar offene Drohungen enthält.

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Die Mannheimer Brauerei versucht seither die Wogen zu glätten. Holger Vatter-Schönthal, Marketingleiter bei Eichbaum, bittet in einem öffentlichen Schreiben um Entschuldigung und spricht von einer "unglücklichen Verkettung", die zur Verwendung der saudischen Flagge führte. "Wir wussten tatsächlich nicht, dass die Schriftzeichen ein Glaubensbekenntnis darstellen. Wir haben lediglich überprüft, ob Flaggen und Teilnehmer korrekt sind", erklärt Vatter-Schönthal. Die Flaschen mit Saudi-Arabien-Kronkorken nun aus dem Sortiment zu nehmen sei keine Option, da so "viele saudische Fußballfans enttäuscht sein werden".

Doch die Entschuldigung sorgte nun wiederum der Kritik aus der Politik: Die AfD spricht bereits von einem "Unterwerfungsbier" und bat ihre Anhänger am Vatertag das Bier nicht zu kaufen. Zudem reagierten Nutzer in Sozialen Medien mit Unverständnis auf die Entschuldigung. Tenor: Die Brauerei sei nach der Kritik einiger weniger Muslime eingeknickt.

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