Maßnahmen gegen Stau an Ostern : Mit Geduld in die Feiertage

Die Petersdorfer Brücke bei Malchow ist sowieso schon ein Nadelöhr auf der A19 Berlin-Rostock – zu Ostern könnte der Verkehr noch langsamer rollen.
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Die Petersdorfer Brücke bei Malchow ist sowieso schon ein Nadelöhr auf der A19 Berlin-Rostock – zu Ostern könnte der Verkehr noch langsamer rollen.

Dobrindt pocht vor Oster-Reisewelle auf Anti-Stau-Maßnahmen. Empörung über höhere Spritpreise

svz.de von
07. April 2017, 05:00 Uhr

Stau- und Spritpreisalarm vor Ostern: Zehn Prozent mehr Baustellen als im Vorjahr drohen die Urlaubsreise zur besonderen Geduldsprobe zu machen. Und schon kurz vor Beginn der Ferien sind die Preise für Benzin und Diesel in den meisten Bundesländern spürbar gestiegen. Über „Abzocke durch die Mineralölwirtschaft“ schimpft die Linken-Bundestagsfraktion.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt will zumindest der Verstopfungsgefahr auf den Autobahnen vorbeugen, pocht vor der Reisewelle auf Anti-Stau-Maßnahmen und schickte einen Brief an die Länder: „Wir wollen, dass die Bürgerinnen und Bürger möglichst staufrei in die Oster- und Pfingstfeiertage starten können“, sagte der CSU-Politiker gestern im Gespräch mit unserer Berliner Redaktion. In seinem Brief mahnte er an, „Baustellen nur im unbedingt notwendigen Umfang“ einzurichten und an Umleitungsstellen ganz auf Straßenbauarbeiten zu verzichten. Zudem drängt Dobrindt die Länder, Schwertransporte von Gründonnerstag bis Dienstag nach Ostern möglichst nur in der Nacht fahren zu lassen und das Lkw-Fahrverbot an den Feiertagen besonders streng zu kontrollieren. „Bei dichtem Verkehr sollten auch, wo es geht, die Seitenstreifen auf Autobahnen freigegeben werden“, regt der Minister an.

Ob es helfen wird? Der ADAC ist skeptisch. „Urlauber und Ausflügler werden auch im diesjährigen Osterreiseverkehr viel Geduld und Verständnis aufbringen müssen“, sagte ein Sprecher des Automobilclubs gestern auf Nachfrage. Im vergangenen Jahr gab es um Ostern herum 2300 Staus mit einer Gesamtlänge von 5300 Kilometern. Und die Zahl der Baustellen stieg gegenüber 2016 um zehn Prozent auf 387. Alarmstufe Rot gilt für den Gründonnerstag, der auch dieses Jahr wieder zu den staureichsten Tagen des Jahres gehören werde.

Zusätzlichen Ärger zur verplemperten Zeit bereiten die höheren Spritpreise. Schon in der Vorosterwoche ist ein Liter Super E10 2,3 Cent teurer geworden und kostet im Tagesmittel 1,351 Euro, teilte der ADAC mit. Diesel hat sich im Schnitt um 1,3 Cent auf 1,158 Euro verteuert. Zwar hängt das auch mit dem Anstieg der Rohölpreise zusammen, doch offenbar nicht nur. „Das Bundeskartellamt hat in einer Untersuchung vor einigen Jahren schon festgestellt, dass es Ostern zu erstaunlichen Preiserhöhungen kommt, die weder auf eine erhöhte Nachfrage noch auf gestiegene Rohölpreise zurückzuführen sind“, sagte Peter Ramsauer (CSU), Vorsitzender des Bundestags-Wirtschaftsausschusses, gestern im Gespräch mit unserer Berliner Redaktion. Karin Binder, verbraucherpolitische Sprecherin der Linken-Bundestagsfraktion, kritisierte: „Die Mineralölwirtschaft legt den Verbrauchern auch dieses Jahr wieder ein faules Ei ins Nest.“ Die hohen Spritpreise pünktlich zum Osterfest „sind reine Abzocke. Das hat nichts mit Marktwirtschaft zu tun und muss durch ein starkes Kartellrecht untersagt werden.“


 

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