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Kulurgüter als Geldquelle des Terrors : Mit der Lizenz zum Plündern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

EU will Terrorfinanzierung mit Kulturgütern stoppen. Milliardenmarkt auch in Europa

svz.de von
erstellt am 14.Jul.2017 | 08:00 Uhr

Ein Aufschrei ging um die Welt, als Kämpfer des sogenannten Islamischen Staates (IS) vor zwei Jahren den historischen Baaltempel in der syrischen Stadt Palmyra sprengten. Doch zumindest ein Teil der öffentlichen Empörung war wohl nur gespielt. Denn schon seit Jahren machen kriminelle Kunsthändler mit den afghanischen Taliban, den Ansar-Dine-Terroristen in Mali und auch dem IS milliardenschwere Geschäfte mit wichtigen Kulturgütern. „Geld ist Sauerstoff für terroristische Operationen. Daher ergreifen wir Maßnahmen um alle Finanzquellen der Extremisten zu kappen“, sagte Kommissions-Vizepräsident Frans Timmermans gestern in Brüssel bei der Vorstellung eines Maßnahmenpakets zum Schutz von Kulturgütern.

Laut Interpol hat sich der Schwarzmarkt für Kunstwerke „zu einem ebenso lukrativen Geschäft wie die Märkte für Drogen, Waffen und gefälschte Waren entwickelt“. Die Rede ist von Umsätzen zwischen 2,5 und 5 Milliarden Euro im Jahr. Allein im Jahr 2015 seien 94 Objekte von unschätzbarem Wert aus dem Museum von Mosul (Irak) gestohlen worden.

Zwar gibt es bisher bereits Einfuhrbeschränkungen in Deutschland, Frankreich, Österreich und den Niederlanden. Doch auch diese unterscheiden sich. Schon der Begriff des „Kulturgutes“ wurde nie einheitlich geregelt. Die Kommission will nur ein strengeres Zertifizierungssystem für alle Mitgliedstaaten einführen. Vor 2019 wird sich allerdings wenig tun: Das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten müssen erst noch zustimmen. Ob diese Maßnahmen ausreichen, wird allerdings von einigen Fachleuten sowie der Unesco bezweifelt.

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