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Manuela Schwesig : Mindestgehalt in Anzeigen?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig über Lohngerechtigkeit und das Gabriel-Debakel.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) will Unternehmen dazu verpflichten, bei Stellenausschreibungen anzugeben, welches Gehalt sie für den Job mindestens zahlen werden. Über den Referentenentwurf zum „Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern“ und Gabriels Debakel beim Parteitag sprach Rasmus Buchsteiner mit der stellvertretenden SPD-Vorsitzenden.

Sigmar Gabriel ist vom SPD-Parteitag abgestraft und nur mit einem schwachen Ergebnis wiedergewählt worden. Wie soll es jetzt weitergehen?

Schwesig: Wir halten inhaltlich klaren Kurs. Sigmar Gabriel sorgt dafür, dass die SPD der stabile Faktor in der Bundesregierung ist. Er hat die SPD seit 2009 aufgerichtet, heute regieren wir im Bund und in 14 von 16 Bundesländern. Deshalb hätte er ein besseres Ergebnis verdient gehabt.

Wird er trotz allem Kanzlerkandidat der SPD für 2017?


Das Ergebnis ändert nichts an unserer Planung. Der Parteivorsitzende wird Anfang 2017 einen Vorschlag zur Kanzlerkandidatur machen. Dann werden wir entscheiden, nicht jetzt. Eine große Mehrheit steht hinter dem Parteivorsitzenden. Der Parteivorsitzende hat immer den ersten Zugriff.

Mit welchen Themen wollen Sie nach dem Parteitag wieder in die Offensive kommen?


Wir setzen unsere erfolgreiche Arbeit fort. Für mich ist wichtig, dass wir beim Thema Lohngerechtigkeit vorankommen: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist das große Ziel. Auf dem Weg dazu habe ich einen Gesetzentwurf für mehr Lohngerechtigkeit von Frauen und Männern vorgelegt. Die Union spricht immer davon, dass wir den Flüchtlingen die Gleichberechtigung von Frauen und Männern beibringen sollen. Da sollte sie selbst mit gutem Beispiel voran gehen und mit mir gegen Lohnunterschiede und die systematische Benachteiligung von Frauen vorgehen. 

Angesichts ihrer Pläne sprechen die Arbeitgeber von Regulierungswut und „vorweihnachtlichem Aktionismus“...

Ich erwarte bei diesem Thema etwas mehr Ernsthaftigkeit. Der Lohnnachteil von Frauen gegenüber Männern beträgt seit Jahren 22 Prozent.
Dagegen müssen wir mehr tun.

Der Mindestverdienst soll nach Ihren Plänen künftig in der Stellenanzeige angegeben werden müssen. Was wollen Sie damit erreichen?

Das ist ein Baustein. Dann wissen Frauen und Männer, worum es geht und wie sie verhandeln können. Erfahrungen in anderen Ländern zeigen, dass das gerade Frauen in den Gehaltsverhandlungen stärkt.
 

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