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Ehemalige IS-Hochburg : Militärbündnis erklärt komplette Befreiung von Al-Rakka

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Nach Mossul im Irak nun der Verlust von Al-Rakka in Syrien: Der IS verliert immer deutlicher an Boden. Aber auch der Fall seiner letzten großen Bastion heißt noch nicht, dass er besiegt ist.

svz.de von
erstellt am 20.Okt.2017 | 21:08 Uhr

Die von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) haben eine komplette Befreiung der früheren IS-Hochburg Al-Rakka verkündet. Die gesamte Stadt stehe unter Kontrolle des von Kurden geführten Bündnisses, erklärten die SDF in einer Fernsehansprache.

Zuvor sei die Stadt in den vergangenen Tagen nach letzten verbliebenen Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) durchkämmt worden.

Die US-geführte internationale Koalition gratulierte den «SDF-Partnern» und würdigte den Mut sowie die «beträchtlichen Opfer», die im Kampf gegen die Militanten gebracht worden seien. Zugleich betonte sie, dass der Kampf gegen den IS noch nicht vorbei sei.

Auch Außenminister Sigmar Gabriel begrüßte die Entwicklung. «Das ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen den Terror, der aber noch länger nicht gewonnen sein wird», erklärte Gabriel. «Nur mit umfassender Unterstützung der internationalen Gemeinschaft hat die Stadt eine Aussicht auf Normalität und Alltag jenseits des Schreckens.»

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini sprach von einem «entscheidenden Schritt» und forderte den Aufbau einer neuen «repräsentativen und verantwortlichen lokalen Verwaltung». Dauerhafter Frieden könne nur durch ein neues, von den Vereinten Nationen vermitteltes nationales Abkommen gesichert werden.

Am Dienstag war das SDF-Bündnis in die letzten von IS-Kämpfern gehaltenen Gebiete im Stadtzentrum von Al-Rakka vorgedrungen und hatte bereits den Sieg über den IS in der Stadt verkündet. Ein ziviler Rat soll die Kontrolle übernehmen.

Die Zukunft der Provinz Al-Rakka werde von den Menschen selbst im Rahmen einer demokratischen, dezentralen Regierung bestimmt werden, sagte SDF-Sprecher Talal Silo. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sollen rund 80 Prozent der Stadt zerstört sein.

Die SDF habe eine «höchst effektive und professionelle Operation in einem schwierigen urbanen Umfeld» durchgeführt, hieß es in einer vom US-Zentralkommando veröffentlichten Erklärung der Koalition. Der Verlust von Mossul und nun Al-Rakka seien «Wendepunkte» für den IS. Ihr Terror sei damit aber noch nicht zu Ende. Die Miliz militärisch zu schlagen sei zwar «essentiell, aber nicht ausreichend», wurde Koalitionskommandeur Paul Funk zitiert.

Es gelte weiter, die Überreste der Miliz im Irak und in Syrien auszuschalten und der von ihrer brutalen Besetzung betroffenen Bevölkerung zu helfen: «Es liegt noch ein harter Kampf vor uns.»

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