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Flugzeugabsturz : Militär findet Wrackteile der Egyptair-Maschine

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Flugroute führte von Paris über das Mittelmeer nach Kairo – doch der Egyptair-Airbus erreicht nie den Zielflughafen.

svz.de von
erstellt am 19.Mai.2016 | 21:00 Uhr

Das ägyptische Militär hat Wrackteile des ins Mittelmeer gestürzten Egyptair-Passagierflugzeugs gefunden. Die Teile sowie persönliche Gegenstände von Insassen seien rund 290 Kilometer nördlich der Küstenstadt Alexandria geortet worden, teilte ein Militärsprecher am Freitag auf Facebook mit. Derzeit würden die Suchmannschaften gezielt die zwei Flugschreiber der Maschine suchen.

Egyptair bestätigte den Fund der Wrackteile bei Twitter. Die Airline drückte den Opfern und ihren Angehörigen ihr Mitgefühl aus.

Die Maschine mit der Flugnummer MS804 war am Mittwochabend in Paris in Richtung Kairo abgeflogen. Gegen 2.30 Uhr ist sie der betroffenen Fluggesellschaft Egyptair zufolge vom Radar verschwunden. Der Kontakt brach demnach 280 Kilometer vor dem ägyptischen Festland ab. Der griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos berichtete, um 2.37 Uhr sei das Flugzeug auf einer Höhe von gut 37 000 Fuß (knapp 11 300 Meter) unterwegs gewesen. „Dann machte es eine Drehung von 90 Grad nach links und danach eine andere Drehung von 360 Grad nach rechts und fiel auf eine Höhe von 15 000 Fuß. Sein Radarbild verschwand auf einer Höhe von 10 000 Fuß“, sagte der Minister weiter.-An Bord der Maschine waren 66 Menschen, darunter drei Kinder, sieben Crewmitglieder und drei Sicherheitsleute. 30 Passagiere kamen aus Ägypten, 15 aus Frankreich. Laut Egyptair war kein Deutscher an Bord. Die ägyptischen Behörden suchen nun nach dem Flugzeug. An der Suchaktion beteiligen sich auch Griechenland und Frankreich.

Rund 230 Seemeilen (etwa 420 Kilometer) südöstlich der Insel Karpathos entdecken Suchteams zwei große orange Gegenstände im Meer vor Ägypten. Es wird laut griechischem Staatsfernsehen vermutet, dass es sich um Wrackteile der Egyptair-Maschine handelt. Airbus kündigte die Entsendung eines technischen Teams nach Kairo an, das Egyptair mit seiner Expertise unterstützen soll.

Unklar ist, was mit der Maschine passiert ist. Aus ägyptischen Regierungskreisen, vom griechischen Verteidigungsminister und vom französischen Präsidenten François Hollande hieß es, das Flugzeug sei abgestürzt. Offiziell wurde dies aber von ägyptischer Seite bisher nicht bestätigt, das Flugzeug gilt weiter als vermisst. Der ägyptische Luftfahrtminister Scherif Fathi betonte aber am Nachmittag, die Wahrscheinlichkeit eines Anschlags sei aufgrund der Umstände höher als ein technischer Fehler.

Von Überlebenden wurde nichts bekannt. Deutsche waren nicht an Bord.

Die Piloten hatten sich nach Angaben des Chefs der griechischen Zivilluftfahrtbehörde um 1.55 Uhr noch über der Insel Kea nahe Athen gemeldet und keine Probleme erwähnt. Beim Verlassen des griechischen Flug-Kontrollraums hätten sie sich aber nicht – wie es üblich ist – gemeldet. Verwirrung gab es zunächst um ein automatisches Notsignal, das die Maschine angeblich um 4.26 Uhr abgesetzt haben sollte. Dies hatte Egyptair mitgeteilt. Später erklärte der ägyptische Luftfahrtminister aber, ein Mitglied der Rettungskräfte habe dies fälschlicherweise berichtet.

 

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