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Grüne Woche in Berlin : Milch macht Minister munter

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Brandenburgs Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger absolviert Rundgang auf der Grünen Woche

von
erstellt am 21.Jan.2017 | 04:45 Uhr

„Wer Milch trinkt, hilft der Landwirtschaft!“ Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) ist in Hochform – und in bester Gesellschaft. Mit der Erntekönigin, der Milchkönigin und der Spargelkönigin im Schlepptau besucht er die Stände der Brandenburg-Halle der Internationalen Grünen Woche und lässt sich von den Ausstellern ihre Produkte zeigen. Eine Gurke hier, ein Bierchen da, ein Franzbrötchen mit Rotkohlfüllung oder ein Stückchen Wurst für zwischendurch. Der Magen des Ministers betreibt in diesen Tagen Leistungssport.

Doch es geht in den Messehallen unter dem Funkturm auch um handfeste Landwirtschaftspolitik. Zum Beispiel am Stand des Landesbauernverbands, wo der Milchpreis im Mittelpunkt steht. Denn der Bestand an Milchvieh hat wegen der drastisch verfallenden Preise in Brandenburg radikal abgenommen, eine Reihe von Betrieben hat schon aufgegeben. „Wir können ein paar mehr Milchtankstellen gebrauchen“, sagte Vogelsänger. „Jeder Milchbauer, den es im Land weniger gibt, schmerzt.“ Und Bauernverbandspräsident Henrik Wendtorff ergänzt, dass die Grüne Woche für die Bauern immer der Startschuss ins neue Jahr sei. „Wir haben zwei schlechte Jahre erlebt, und nun hoffen wir, dass das Jahr 2017 für die Bauern ein gutes Jahr wird.“ Man stehe vor vielen Herausforderungen, und brauche jetzt endlich wieder ein erfolgreiches Jahr. „In allen Produkten hier auf der Grünen Woche stecken hundert Prozent Landwirtschaft – und ohne uns würde es vieles hier nicht geben.“ Dann trinkt Vogelsänger den obligaten Schluck Milch und zieht weiter.

Die Präsentationen des Prignitzer Knieperkohls, einer Rosenzucht aus der Uckermark, der Ucker-Kaas und eine Schnapsbrennerei stehen auf dem Programm. Am Stand der „Alten Ölmühle“ aus Wittenberge gibt es ein Luther-Bier und ein Stück Bierwurst, beim Fischer Schneider aus dem Landkreis Oder-Spree hält Volgesänger Räucheraale in die Kameras. Am Stand der Ölmühle „Kunella“ kann der Minister Personalchefin Ursula Merkel zum 25-jährigen Messejubiläum gratulieren. „Uns geht es hier um Nähe zur Kundschaft“, sagt Merkel. Man wolle die Produkte präsentieren, und hoffe darauf, auch von dem einen oder anderen Einkäufer eines Bio-Supermarkts entdeckt zu werden. Auf dem Weg zum nächsten Stand spricht Vogelsänger über ein anderes Thema, das die Brandenburger in den vergangenen Monaten bewegte: das Tierwohl und die Volksinitiative gegen Massentierhaltung. Dass Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt ein neues, bundeseinheitliches Label zum Tierwohl vorstellte, begrüßte Vogelsänger. „Da macht Brandenburg gern mit.“

Und schließlich bekommt der SPD-Politiker noch ein ganz besonderes Geschenk für den Heimweg ausgehändigt. Am Stand des Landkreises Teltow-Fläming überreicht Julian Dorsch vom Wildpark Johannismühle, der wegen Auflagen aus dem Landwirtschaftsministerium in Existenznot geriet, rund 2500 Unterschriften von Tierpark-Freunden an den Minister. Was dem Gespräch, das der Tierpark demnächst mit Vogelsänger führen will, Nachdruck verleihen soll – aber schon in der Landtagssitzung am vergangenen Mittwoch zeigten sich Redner aller Fraktionen gesprächsbereit für das Anliegen des Tierparks.  

 

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