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Wahlkampfauftritt auf Rügen : Merkel: SPD soll sich von Bündnis mit Linken distanzieren

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Für die CDU-Bundesvorsitzende ist die Wahl noch nicht gewonnen. In ihrer «politischen Heimat» auf der Insel Rügen warnt sie vor einem rot-rot-grünen Regierungsbündnis.

svz.de von
erstellt am 16.Sep.2017 | 14:37 Uhr

Kanzlerin Angela Merkel hat die SPD aufgefordert, sich noch vor der Bundestagswahl von einem möglichen Regierungsbündnis mit der Linken zu distanzieren. «Wir leben in unruhigen Zeiten.

Und Experimente können wir uns im Augenblick nicht erlauben», sagte die CDU-Vorsitzende am Samstag während eines Wahlkampfauftrittes in Binz auf der Insel Rügen.

«Die SPD, die kann man fragen, wann man will und wen man will. Man bekommt auf eine Frage keine Antwort: Macht Ihr Rot-Rot-Grün, wenn es reicht, oder nicht?» Merkel sagte weiter, Deutschland brauche für die nächsten Jahre Stabilität und Sicherheit. «Ich finde es schon für den weiteren Weg von Deutschland wichtig, dass man das weiß, was die Sozialdemokratie macht.»

Merkel appellierte an die Zuhörer zur Wahl zu gehen, auch wenn Umfragen die CDU klar vorne sehen. «Es ist überhaupt nichts entschieden», sagte sie. Oftmals gebe es in den Wahlkreisen ganz knappe Entscheidungen.

Merkels Auftritt auf dem Kurplatz in Binz - und damit in ihrem Bundestagwahlkreis - wurde von vereinzelten Pfiffen begleitet. Einige Zuhörer außerhalb des absperrten Bereiches hielten Schilder hoch, mit denen sie vor einer Wiederwahl Merkels warnten. Allerdings blieben lautstarke Sprechchöre, wie sie zuletzt in Torgau oder Finsterwalde zu hören waren, in Binz aus. Die CDU sprach von 5000 Zuhörern, die die Rede auf dem Kurplatz und vor einer Videoleinwand auf einem benachbarten Platz verfolgten. 

In ihrer Rede schlug Merkel einen Bogen durch das CDU-Wahlprogramm - von höheren Freibeträgen für Kinder von Familien am Existenzminimum, von Steuererleichterungen für kleinere und mittlere Unternehmen über die Digitalisierung bis zur stärkeren Förderung ländlicher Räume. Breitband-Internet, ein zuverlässiger Öffentlicher Personennahverkehr oder die ärztliche Versorgung seien die größten Herausforderungen auf dem Land.

Merkel warb in ihrer Rede für ein vereintes Europa. «Wenn ich mich in der Welt umgucke, dann ist es allemal besser, wir in Europa verhandeln miteinander, wir reden miteinander und nicht übereinander», sagte die Kanzlerin. «Aus Übereinanderreden kommen die Vorurteile. Aus Vorurteilen kommt so schnell Hass. Und aus Hass entsteht so schnell Gewalt und daraus wieder Krieg.»

Im Wahlkreis 15 (Vorpommern-Rügen - Vorpommern-Greifswald I) errang Merkel seit 1990 das Direktmandat. Bei der letzten Wahl erreichte sie dort 56,2 Prozent der Erststimmen.

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