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Ronald Pofalla : Mehr Häuptlinge als Indianer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bahn-Beschäftigte reagieren mit Unverständnis auf Schaffung eines neuen Postens für Pofalla / GDL-Chef Claus Weselsky im Interview

svz.de von
erstellt am 07.Jan.2014 | 00:34 Uhr

Der mögliche Wechsel von Ex-Kanzleramtschef Ronald Pofalla zur Deutschen Bahn bewegt auch deren Mitarbeiter. Rasmus Buchsteiner sprach mit Claus Weselsky, Vorsitzender der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL).

Wie reagieren die Bahn-Beschäftigten auf den geplanten Wechsel des früheren Kanzleramtschefs in den Konzernvorstand?
Weselsky: Solche Angelegenheiten kommen bei unseren Mitgliedern nicht gut an. Das Unverständnis ist groß. Wir haben bei der Bahn inzwischen mehr Häuptlinge als Indianer. Wenn Lokführer oder Fahrdienstleiter fehlen, dafür die Konzernspitze immer stärker aufgebläht wird, wirkt sich das negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens aus. Ein neues Vorstandsressort zu schaffen, bedeutet die Einrichtung eines riesigen Stabs von hochbezahlten Mitarbeitern. Das können unsere Lokführer nicht mehr nachvollziehen – zumal gerade erst für viel Geld ein neuer Vorstandsbereich für Technik geschaffen worden ist.
Der Aufsichtsrat des Unternehmens muss letztlich über die Personalie befinden. Zu welcher Entscheidung raten Sie?
Die GDL wird sich wie immer konsequent verhalten. Offiziell ist der Aufsichtsrat mit der Angelegenheit noch nicht befasst worden. Mit den Mitgliedern wurde ein regelrechtes Versteckspiel gespielt. Einige wurden informiert, andere nicht. Die meisten haben von den Personalplänen des Vorstandsvorsitzenden erst aus den Medien erfahren. So wird Vertrauen zerstört. Das kann so nicht weitergehen.
Was erwarten Sie jetzt von Bahnchef Rüdiger Grube?
Wir benötigen jetzt schnell Klarheit. Das muss besprochen werden.
Alle Fakten gehören auf den Tisch. Herr Grube muss erklären, warum er Ronald Pofalla unbedingt holen will. Und wir bleiben skeptisch, ob es für die Kontakte zur Politik wirklich einen eigenen Vorstand braucht.

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