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Aus dem Gerichtssaal : Männer zu mehrjähriger Haft verurteilt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Verfahrensfehler führten zu einer Neuauflage des Falls – und jetzt zu längeren Strafen für die Angeklagten

Den Schuss mit einem Luftgewehr ins Auge eines damals 19-jährigen Jugendlichen muss ein 26-jähriger Mann aus Klütz mit sechs Jahren und sechs Monaten Haft büßen. Das Landgericht Schwerin verurteilte ihn gestern wegen erpresserischen Menschenraubs, räuberischer Erpressung und schwerer Körperverletzung. Ein 26-jähriger Mittäter muss für viereinhalb Jahre ins Gefängnis, ein Dritter kam mit zwei zweieinhalb Jahren Haft davon.

Besonders der Haupttäter habe unter seinesgleichen in der Gegend gern Macht ausüben, andere demütigen und Angst verbreiten wollen, so der Vorsitzende Richter. Mitte Juni 2014 fuhr das Trio nachts am Rande von Klütz zum Wohnwagen ihres Opfers, weil sie aus nichtigem Grund meinten, ihm eine Abreibung verpassen zu müssen.

Der junge Mann ließ sie herein, „weil er schrecklich Angst vor ihnen hatte“, befand das Gericht. Der eine traktierte das Opfer mit Schlägen, der andere drohte ihm mit einem Messer. Erst sollte der Jugendliche die Munition für sein Luftgewehr herausrücken, dann auch seinen Autoschlüssel. Die Situation eskalierte mit einem vorher vom Haupttäter angedrohten Schuss aus kurzer Entfernung ins Auge. Die Ärzte konnten es nicht mehr retten. Die Täter ließen ihr Opfer blutend zurück.

Nach Ansicht der Richter war es Zufall, dass die Kugel nicht mit tödlichen Folgen ins Gehirn eindrang. Dieses Risiko habe der Haupttäter in Kauf genommen. Das Gericht bewahrte ihn davor, wegen versuchter Tötung noch drastischer bestraft zu werden.

Die Höhe der Strafen entsprach weitgehend den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Zwei der Verteidiger hatten auf eine Bewährungsstrafe beziehungsweise Freispruch plädiert.

Der Fall wurde zum zweiten Mal vor dem Landgericht aufgerollt. Ende 2014 hatte eine andere Kammer des Gerichts die Angeklagten zu Haftstrafen zwischen viereinhalb und zweieinhalb Jahren verurteilt. Weil die schriftliche Begründung lückenhaft war, hatte der Bundesgerichtshof das Urteil aufgehoben und den neuen Prozess angeordnet.

Das Urteil des Landgerichts Schwerin kann nun erneut angefochten werden.

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