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Wegen Position zu Flüchtlingen : Linke-Parteitag: Sahra Wagenknecht bekommt Torte ins Gesicht

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Die Schokotorten-Attacke einer „Antifaschistische Initiative“ ist der erste Aufreger auf dem Bundesparteitag. Hintergrund ist Wagenknechts Position, dass nicht alle Flüchtlinge nach Deutschland kommen könnten.

Die Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht ist auf dem Linken-Parteitag in Magdeburg mit einer Torte beworfen worden. Zu der Aktion bekannte sich eine „Antifaschistische Initiative ,Torten für Menschenfeinde‘“. Die Aktivisten gingen an Wagenknecht vorbei, die in der ersten Reihe der Parteitagshalle saß und warfen ihr die Torte direkt ins Gesicht. Wagenknecht wurde von Co-Fraktionschef Dietmar Bartsch aus der Halle begleitet.

Auf ihrem zweitägigen Parteitag in Magdeburg will die Linke ab Samstag (10 Uhr) ihren weiteren Kurs abstecken. Dabei geht es auch um die Frage, wie sehr sie Protestpartei sein will und wie sehr sie Regierungsverantwortung übernehmen will. Die Parteivorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger stellen sich den Delegierten zur Wiederwahl. In Leitanträgen fordert der Linken-Vorstand unter anderem einen grundsätzlichen Kurswechsel für eine sozialere Politik in Deutschland.

Begründet wurde die Attacke in einem ausgeteilten Zettel mit Wagenknechts Position, dass nicht alle Flüchtlinge nach Deutschland kommen könnten.

Wagenknecht wies die Kritik an ihrer Äußerung bereits im Vorfeld des Parteitags zurück. „Was ich damals gesagt habe, ist eine Banalität.“ Natürlich seien Kapazitäten nicht unbegrenzt. Politisch Verfolgte müssten Asyl erhalten. „Aber es nützt ärmeren Ländern nichts, wenn wir ausgerechnet die bestausgebildeten Menschen nach Deutschland holen.“ Die Linke wolle, dass die Menschen in ihrer Heimat eine Perspektive haben. „Deshalb ist unsere zentrale Forderung, über die Bekämpfung von Fluchtursachen nicht nur zu reden, sondern endlich etwas zu tun“, sagte sie.

Die Partei und Linke-Politiker verurteilten die Aktion auf Twitter unter anderem als „asozial und dumm“.

Auch andere Twitternutzer diskutieren den Tortenwurf.

Zum Auftakt des Bundesparteitags sagte Sachsen-Anhalts Linke-Chefin Birke Bull, die Linke will „kraft- und saftvoll“ in die nächsten Wahlkämpfe starten. Sie spielte damit auf Kritik von Ex-Fraktionschef Gregor Gysi an, der die Partei als „saft- und kraftlos“ eingeschätzt hatte. Auf dem Parteitag ist Gysi nicht anwesend. Der Grund sei, dass ihm im Vorfeld kein Raum für eine Rede eingeräumt worden sei, hieß es.

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erstellt am 28.Mai.2016 | 12:45 Uhr

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