Suche nach neuer Spitze : "Langwierig": Altkanzler Schröder kritisiert SPD-Casting

Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) verlangt ein schnelleres Tempo bei der Suche nach einer neuen Parteispitze.
Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) verlangt ein schnelleres Tempo bei der Suche nach einer neuen Parteispitze.

Und er verwettet ein gutes Abendessen auf einen CDU-Kanzlerkandidaten.

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07. September 2019, 15:26 Uhr

Berlin | Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) hat das aufwändige Verfahren seiner Partei für die Suche nach einem neuen Vorsitz kritisiert. "Diese langwierige Form von Führungsfindung liegt mir nicht", sagte Schröder der "Rheinischen Post" vom Samstag.

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Schröder hält nichts von Doppelspitze

Auch den von der kommissarischen SPD-Führung favorisierten Plan, die Partei künftig von einer Doppelspitze führen zu lassen, beurteilte Schröder skeptisch. "Ich glaube, da wird der Versuch gemacht, etwas zu kopieren, was andere Parteien schon nicht immer als Erfolg erlebt haben", sagte der frühere SPD-Chef. Er riet den Genossen, "man muss sich auf seine eigenen Stärken besinnen".

Keine Äußerungen zu AKK

Schröder erwartet, dass der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet nächster Kanzlerkandidat der Union wird. "Ich würde ein gutes Abendessen in diesem schönen Restaurant darauf verwetten, dass die CDU am Ende auf ihn zukommen wird", sagte der 75-Jährige in einem Doppelinterview mit Laschet.

Zu den Chancen der seit Dezember 2018 amtierenden CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte Schröder: "Es gibt in der CDU eine Debatte, ob die Vorsitzende geeignet ist. Das will ich nicht beurteilen." Weiter sagte er: "Aber dass Armin Laschet hier als Ministerpräsident einen guten Job macht, ist offensichtlich, und natürlich ist der nordrhein-westfälische Regierungschef immer auch ein potenzieller Kanzlerkandidat."

SPD muss Regierungschef stellen

Laschet selbst sagte dazu: "Ich bin sehr gerne Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, da gibt es auch noch viel zu tun. Und über die Kanzlerschaft werden wir entscheiden, wenn der Zeitpunkt da ist." Auf die Frage, ob die Kanzlerkandidatur in der Union offen sei, antwortete Laschet: "Das ist eine Binsenweisheit. Die Parteivorsitzende wird diesen Prozess führen. Und es ist verabredet, dass wir uns rechtzeitig vor der Wahl 2021 über einen Kandidaten oder eine Kandidatin verständigen."

Auf die Frage, ob die SPD noch einen Kanzlerkandidaten brauche, antwortete Schröder: "Natürlich, sie darf den Anspruch nicht aufgeben, den Regierungschef in Deutschland wieder zu stellen."

Um den SPD-Vorsitz bewerben sich sieben Kandidatenduos und ein Einzelbewerber. Sie müssen sich auf insgesamt 23 Regionalkonferenzen vorstellen, am Samstag lief die dritte in Bernburg an der Saale in Sachsen-Anhalt.

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