EX-Bundesverkehrsminister : Krause muss Wohnhaus räumen – Frist abgelaufen

Das Anwesen im Finckener Ortsteil Knüppeldamm
Das Anwesen im Finckener Ortsteil Knüppeldamm

Der frühere Bundesverkehrsminister muss aus dem Wohnhaus an der Seenplatte raus. Ein Jahr lang hatte er dort gewohnt, den Kaufpreis aber nicht gezahlt.

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28. März 2018, 20:30 Uhr

Der frühere Bundesverkehrsminister Günther Krause und seine Ehefrau haben ein Jahr lang ein komfortables Wohnhaus in Fincken an der Mecklenburgischen Seenplatte bewohnt. Weil das Paar den Kaufpreis nicht zahlte, muss es nun ausziehen.

Dienstagnacht war die gerichtlich festgesetzte Zahlungsfrist abgelaufen. „Es ist kein Geld gekommen“, konstatierte gestern der von den alten Hausbesitzern beauftragte Hamburger Anwalt Arne Trimpop. Ähnlich die Antwort von Krauses Anwalt, dem letzten DDR-Innenminister Peter-Michael Diestel: „Familie Krause hat die Zahlungsfrist verstreichen lassen.“

Nun muss Günther Krause mit seiner Frau bis zum 10. April das Haus verlassen, wie es das Gericht für den Fall nicht erfolgter Zahlung angeordnet hatte. „Er wird sich an den Vergleich halten“, kündigte Diestel an, der den Ex-CDU-Politiker auch in anderen Rechtsfällen vertritt. Krauses waren im April 2017 in das Bauernhaus im abgelegenen Finckener Ortsteil Knüppeldamm gezogen. Sie hatten den Preis von 459 000 Euro aber nie bezahlt. Die Verkäufer – ein Unternehmerehepaar – klagten und Ende Februar schlossen Anwälte im Auftrag von Krauses am Landgericht Neubrandenburg einen Vergleich. Danach sollte die Frau des Ex-Ministers, die als Käuferin aufgetreten war, innerhalb von vier Wochen das Geld endlich bezahlen.

In dieser Zeit war die Zahlung mehrfach angekündigt worden. Angeblich habe Krause Außenstände und wenn diese eingehen, könne er das Geld zahlen, hieß es. Doch dazu kam es nicht. „Bei Krauses ist schlicht nichts da an Geld“, erklärte Trimpop, der das Vorgehen als „kriminell“ bewertete. Die alten Eigentümer hofften nun, bald wieder in den Besitz ihres Hauses und der darin befindlichen Möbel zu kommen. Sie hatten das Haus mit 300 Quadratmetern Wohnfläche verkaufen wollen, um zu ihren Kindern nach Schleswig-Holstein zu ziehen.

Rechtsanwalt Trimpop hatte auch Strafanzeige gegen Krauses wegen Betrugsverdachts gestellt. Daraufhin hatte die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg das Wohnhaus durchsuchen lassen. Ein Ergebnis lag noch nicht vor. Bei der Gemeinde Fincken hatte Krause keine Rückstände. Die erste Rate der Grundsteuer für 2018 wurde fristgerecht bezahlt.

Erst am Dienstag war Ex-Minister Krause vom Amtsgericht Potsdam wegen Insolvenzverschleppung und vorsätzlichen Bankrotts zu einer Geldstrafe von 5400 Euro verurteilt worden. Diestel hatte den Strafbefehl des Gerichtes sofort angenommen.

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