Wasserstoffbombe gezündet : Korea schockt Welt mit Atomtest

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Einmal mehr unterstreicht das Regime sein Ziel, eine mächtige Atomstreitmacht zu werden

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06. Januar 2016, 19:48 Uhr

Nordkorea feiert es als Meilenstein seiner Atomwaffenentwicklung, für den Rest der Welt ist es ein Schock. Zwei Tage vor seinem Geburtstag lässt Machthaber Kim Jong Un einmal mehr die Muskeln spielen: Gestern vermeldeten die Staatsmedien, Nordkorea habe erstmals eine Wasserstoffbombe getestet – eine Waffe, die schwieriger zu bauen ist als eine herkömmliche Atombombe, aber deren Sprengkraft um das Vielfache übersteigt.

Besonders für Südkorea und China ist der neue Atomtest ein Affront des jungen Diktators, der Anfang 30 sein soll. Zuletzt glaubte man, jeder auf seine Weise, im neuen Jahr eine Annäherung an das international isolierte, stalinistische Regime erzielen zu können. Ob es sich nach den drei früheren Atomtests diesmal nun wirklich um eine voll entwickelte Wasserstoffbombe gehandelt hat, wird in Südkorea und von Experten zwar stark bezweifelt. Doch hegt niemand Zweifel an der Entschlossenheit Pjöngjangs, sein Ziel erreichen zu wollen, eine Atomstreitmacht als Abschreckung aufzubauen.

Die nukleare Aufrüstung rechtfertigt die Diktatur mit einer angeblichen Bedrohung durch die USA. Erstmals hatte Nordkorea vor zehn Jahren eine Atombombe getestet. Mit den Tests verletzt Nordkorea aus der Sicht seiner Nachbarn Resolutionen des UN-Sicherheitsrats.

Die Hoffnungen Südkoreas, die „teuflische Spirale“ von Provokationen, Drohungen und anschließenden Wiederannäherungen beenden zu können, erhalten durch den Test einen Dämpfer. Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye machte unmissverständlich klar, dass das Nachbarland einen Preis dafür zahlen müsse. Jetzt fürchten die Menschen in der Region, dass auf die wahrscheinliche Verschärfung von Sanktionen neue Drohgebärden von Kim folgen.

„Die Nordkoreaner sollten eigentlich genau wissen, was auf sie zukommen wird“, sagt der Leiter des Büros der Friedrich-Naumann-Stiftung in Seoul, Lars-Andre Richter. Besonders für die innerkoreanischen Beziehungen bedeute der neue Test „zwei Schritte zurück“.

 
 

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