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Politik

19. Oktober 2017 | 18:04 Uhr

Terror : Kopenhagener Inferno

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Attentäter tötet Filmemacher und Wachmann – und wird selbst erschossen

Rund fünf Wochen nach den islamistischen Attentaten von Paris hat der Terror erneut eine europäische Hauptstadt getroffen. Innerhalb von zehn Stunden erschoss ein Mann in Kopenhagen einen Filmemacher während einer Diskussion über Meinungsfreiheit und einen jüdischen Wachmann vor einer Synagoge. Fünf Polizisten wurden verletzt. Eine dramatische Großfahndung endete am Sonntagmorgen mit tödlichen Schüssen auf den Attentäter. Die Taten erinnerten an die Anschläge auf die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ in Paris.

Die dramatischen Stunden von Kopenhagen begannen am Samstag um 15.33 Uhr. Der junge Mann beschoss mit einer automatischen Waffe von außen das Kulturcafé, in dem eine Veranstaltung zum Thema „Kunst, Gotteslästerung und Freie Rede“ stattfand. Der 55-jährige Filmregisseur Finn Nørgaard wurde getötet, drei Polizisten wurden verletzt. Der Angriff galt vermutlich dem schwedischen Zeichner Lars Vilks. Er hatte sich mit einer Organisatorin der Diskussion in einem Kühlraum versteckt.

Sofort setzte eine Großfahndung ein. Der Attentäter flüchtete zunächst in einem VW Polo und dann per Taxi. Er ließ sich in seine nicht weit entfernte Wohnung fahren. Etwa zehn Stunden nach dem ersten Anschlag versuchte wahrscheinlich derselbe Täter nach Mitternacht in eine Synagoge einzudringen. Er eröffnete das Feuer und traf einen Mann tödlich in den Kopf – einen 37 Jahre alten freiwilligen Wachmann. Zwei Polizisten wurden verletzt. Zu einer Feier waren in dem Gebäude 80 Menschen versammelt.

Inzwischen hatte die Polizei Stellung vor der Wohnung des Mannes bezogen. Kurz vor 5 Uhr kehrte der Täter zurück. Sicherheitskräfte riefen ihm zu. Er eröffnete sofort das Feuer. Beamte schossen zurück und trafen den mutmaßlichen Terroristen tödlich.

In Kopenhagen herrschte stundenlang Panik und Chaos. Auch die Bundespolizei war im Einsatz und überwachte an den drei Flensburger Grenzübergängen den Verkehr.

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