Kommunen bieten Obdach für Wohnungslose

svz.de von
12. Dezember 2013, 00:35 Uhr

Der Winter kann kommen: Die Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern haben auch für die Ärmsten der Armen vorgesorgt. Es gebe ausreichend Unterkünfte für Obdachlose, erklärte ein Sprecher des Sozialministeriums. Selbst für strengen Frost seien die Städte und Gemeinden gut gerüstet. Die Kapazitäten in den Wohnungslosenquartieren würden bisher nie voll ausgeschöpft, es blieben selbst bei starker Kälte immer einige Betten frei, hieß es.

Eine gesicherte Statistik über Anzahl und Bedürfnisse von Wohnungslosen gebe es allerdings nicht, räumte der Sprecher ein. Kommunen im Nordosten würden aber keine zusätzlichen Hilfen einfordern oder etwa über Versorgungsprobleme berichten. Laut der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe gibt es in Deutschland etwa 284 000 Menschen ohne eigenes Zuhause, davon leben mindestens 24 000 Wohnungslose ohne Obdach auf der Straße.

In Mecklenburg-Vorpommern sei die sogenannte Straßenobdachlosigkeit eher seltener zu beobachten, meinte der Ministeriumssprecher. Die Kommunen würden vielfältige Hilfen anbieten und ihren Aufgaben für wohnungslose Bürger vorbildlich nachkommen.

Die Hansestadt Rostock beobachtet insbesondere in der Advents- und Weihnachtszeit eine große Hilfsbereitschaft ihrer Bürger gegenüber Bedürftigen. Ein Grund dafür sei die höhere Kaufkraft zum Jahresende – etwa durch Weihnachtsgeld oder 13. Gehalt, meinte ein Sprecher. Die größte Stadt des Landes biete mehr als 260 Plätze in Unterkünften für Wohnungslose. Diese seien völlig ausreichend, nur gut 200 Plätze würden regelmäßig genutzt.

Dazu gebe es Angebote für den Tagesaufenthalt in Begegnungsstätten, Suppenküchen und Wärmestuben, die teils auch Duschen, Kleidung und Waschmaschinen bereithalten, betonte der Stadtsprecher. Dennoch starb in Rostock Anfang November ein 52-jähriger Wohnungsloser auf der Straße an Unterkühlung, wie die Bundesarbeitsgemeinschaft mitteilte.

Gut versorgt werden Menschen ohne festen Wohnsitz in der Landeshauptstadt Schwerin, wie Peter Grosch, Geschäftsführer der Evangelischen Suchtkrankenhilfe MV, sagte. Neben dem städtischen Obdachlosenheim gebe es vier Suppenküchen von Diakonie und Caritas sowie die Ausgabestellen der Schweriner Tafel. „Es muss niemand draußen sitzen oder tagsüber ohne Mahlzeit bleiben“, versichert Grosch, der auch Vorsitzender des Tafelvereins ist. „Das Netz ist eng gestrickt für die Bedürftigen.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen