Ursula von der Leyen : Kommando „Kronprinzessin“

Nun wird sie die erste Frau an der Spitze des Verteidigungsministeriums – Kommando von der Leyen soll die Bundeswehrreform umsetzen, die Truppe modernisieren.

svz.de von
16. Dezember 2013, 00:34 Uhr

Für ein paar Stunden schien sie es 2010 nach ganz oben geschafft zu haben. Ursula von der Leyen hatte sich selbst als Bundespräsidentin und Nachfolgerin von Horst Köhler gesehen. Doch dann kam Wulff... Nun wird sie die erste Frau an der Spitze des Verteidigungsministeriums – Kommando von der Leyen soll die Bundeswehrreform umsetzen, die Truppe modernisieren und vor allem ein Signal für die vielen Soldatinnen in der Männerdomäne sein. Und ganz nebenbei wird der affärenbelastete de Maizière ins Innenministerium abgeschoben. Merkels Allzweckwaffe auf dem Weg nach ganz oben? Schon ist von der „Kronprinzessin“ die Rede, die die Kanzlerin beerben könnte.

Dabei war sie erst als Superministerin für Gesundheit und Rente im Gespräch, wurde dann plötzlich als Innenministerin gehandelt. Dagegen hatte sich in der Union Widerstand geregt, weil sie keine Juristin ist, was als Voraussetzung für den Posten gilt. Parteiinterne Gegner fürchten, dass von der Leyen allzu mächtig werden könnte. Nun also Verteidigungsministerin – ein Schleudersitz, auf dem sich manch Vorgänger nicht lange halten konnte. Von der Leyen ist das Multitalent in Merkels Kabinett. Mit Erfolg führte sie das Familienministerium, setzte mit dem Elterngeld Akzente. In der Partei arbeitete sie sich zum Bundesvize hoch – ist aber nicht unumstritten. So stießen ihre Pläne für eine Grundrente auf erheblichen Widerstand, und im Streit über eine gesetzliche Frauenquote warfen ihr Parteifreunde gar Erpressung vor. Selbst Rücktrittsforderungen waren laut geworden. Aber Angela Merkel sieht in Ursula von der Leyen eine Verbündete auf dem Weg, die CDU zu modernisieren.

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