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Deutschlandtrend : Klatsche für die Kanzlerin

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Aus der Onlineredaktion

Angela Merkel rutscht in Beliebtheitsskala überraschend ab – aber „Streetfighter“ Martin Schulz ebenfalls

svz.de von
erstellt am 10.Aug.2017 | 20:45 Uhr

Die Kanzlerin ist zurück aus dem Urlaub. Vorbei die Zeit der Entspannung in Südtirol. Doch ihren ersten Arbeitstag nach den Ferien wird sie sich wohl anders vorgestellt haben – jedenfalls nicht mit solchen Schlagzeilen. „Merkel verliert dramatisch an Zustimmung“, „Klatsche im Deutschlandtrend“ oder „Die alternativlose Kanzlerin rutscht in der Wählergunst ab“, heißt es da. Hintergrund ist eine neue ARD-Umfrage.

Demnach ist der Anteil der Befragten, die mit der Arbeit der CDU-Vorsitzenden „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ sind, im August gegenüber dem Vormonat um zehn Prozentpunkte zurückgegangen – auf 49 Prozent. Die Zufriedenheit mit der Arbeit der Bundesregierung sank um sieben Punkte. Ein schlechtes Omen für Merkel vor dem Start in die heiße Phase des Bundestagswahlkampfes? In der Union winkt man ab und verweist darauf, dass CDU und CSU in der Sonntagsfrage unverändert bei 39 Prozent liegen.

Der gesunkene Beliebtheitswert der Kanzlerin wird auch dadurch relativiert, dass ihr Herausforderer nicht profitiert – im Gegenteil. SPD-Chef Martin Schulz verliert im Beliebtheitsranking sogar weiter an Boden. Vier Prozentpunkte weniger für den Kanzlerkandidaten der Genossen! Nur noch 33 Prozent der Befragten sind mit der Arbeit des früheren EU-Parlamentspräsidenten zufrieden. Schulz stürzt bei seinen persönlichen Werten damit auf einen neuen Tiefstwert ab. Bei einer Direktwahl des Bundeskanzlers würden sich 30 Prozent für ihn entscheiden, 52 Prozent dagegen für die Amtsinhaberin.

Die SPD gewinnt zwar einen Prozentpunkt hinzu, bleibt aber mit nunmehr 24 Prozent weit abgeschlagen. Interessant: Beliebter als Merkel und Schulz sind der Umfrage zufolge Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Außenminister Sigmar Gabriel (SPD).

Bleibt die Kanzlerin bei ihrer Strategie der „asymmetrischen Demobilisierung“? Verzichtet sie weiter auf große inhaltliche Zuspitzungen mit dem Kalkül, die Anhänger der Konkurrenz „einzuschläfern“ und davon abzuhalten, wählen zu gehen? Ab heute ist Merkel wieder öffentlich präsent, empfängt den UN-Flüchtlingskommissar und besucht die Stasi-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. Business as usual für die Kanzlerin. Doch dann will sie das Tempo anziehen, spricht morgen bei einer CDA-Veranstaltung in Dortmund, hat kommende Woche jeden Tag zwei größere Redeauftritte – auf Marktplätzen, Strandpromenaden und in Fußgängerzonen.

Sieben Wochen vor der Bundestagswahl macht sich die SPD Mut: 2005 habe Gerhard Schröder zum gleichen Zeitpunkt sogar 18 Punkte zurückgelegen, am Wahlabend nur noch 0,7 Punkte. Schulz hofft auf den Endspurt. „Ein Streetfighter“ sei er, sagt der Merkel-Herausforderer. Fest im Visier hat Schulz den 3. September: Vor Millionenpublikum im TV-Duell mit der Kanzlerin lässt es sich wohl am besten punkten.
 

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