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Studie : Kita-Essen oft zu ungesund

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zu viel Fleisch, zu wenig Obst und Gemüse / Bundesminister plant bundesweite Qualitätsstandards

Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) fordert besseres Kita-Essen und die Einhaltung der bestehenden Standards. „Wir müssen gerade auch bei den Kindern und den Kleinsten auf Qualität beim Essen achten. Deshalb werbe ich dafür, dass wir solche Qualitätsstandards in allen Kitas bekommen“, erklärte Schmidt gestern im Gespräch mit unserer Redaktion. Immer mehr Kinder würden über Mittag außer Haus essen.

Daher habe die Bundesregierung die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) beauftragt, erstmals bundeseinheitliche Standards für die Außer-Haus-Verpflegung in Kitas, Schulen, Senioreneinrichtungen und Betriebskantinen zu erarbeiten. Schmidt fordert die Länder zum Handeln auf. „Mit unserer Studie ist der Zug in Fahrt gekommen. Am Ende müssen solche Qualitätsstandards für alle Kindertagesstätten gelten.“

Was man über gesunde Ernährung von Eltern, in der Kita oder in der Schule lerne, müsse auch umgesetzt werden können. Schmidt: „Das geht nur mit gesunden und ausgewogenen Angeboten.“

Hintergrund der Äußerungen ist eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung, nach der auf dem Speiseplan in Kindertagesstätten zu viel Fleisch sowie zu wenig Obst und Gemüse stehe. Bei der Umfrage in bundesweit fast 1100 Einrichtungen hätten nur ein Drittel der Einrichtungen angegeben, sich an Standards für die Verpflegung, zum Beispiel den Vorgaben der DGE, zu orientieren. DGE-Experten hatten 2009 im Auftrag des Bundesernährungsministeriums bundesweite Qualitätsstandards veröffentlicht – mit Empfehlungen zum Speiseplan, zu Zwischenverpflegung und Getränkeversorgung.

Zu viel Fleisch und zu wenig Obst und Gemüse: Das Essen in Kitas ist nach der Studie „Is(s)t Kita gut?“ zu selten ausgewogen. Die Auswertung der Speisepläne zeigte: Nur bei 12 Prozent der Kitas bekommen die Kinder genügend Obst, nur 19 Prozent reichen ausreichend Salat oder Rohkost. Fleisch dagegen wird in 75 Prozent der Kitas zu häufig angeboten. Laut der Studie zahlen Eltern im Schnitt 2,40 Euro für ein Mittagessen ihrer Kinder. Für eine ausgewogene Mahlzeit müssten es laut Studie und DGE-Standards rund 4 Euro sein. Die Spanne reichte in der Umfrage von 75 Cent bis 6 Euro für eine Mahlzeit.

Je nach Bundesland gibt es große Unterschiede. In Ostdeutschland gehört das Mittagessen zum Standard. Nur knapp ein Drittel der Kitas bereiten alle Speisen selbst zu.



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