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Kriminalität : „Keine Entwarnung“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bedrohung für die Gesellschaft? Hintergründe zur Entwicklung der Organisierten Kriminalität in Deutschland

Auch wenn die Zahl der Ermittlungsverfahren im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen sei – für Bundesinnenminister Thomas de Maizière gibt es „keinen Grund zur Entwarnung“. Die Bedrohung durch Organisierte Kriminalität sei in Deutschland nach wie vor hoch, erklärte der CDU-Politiker gestern bei der Vorstellung des Bundeslagebildes 2014 der Organisierten Kriminalität in Deutschland. Experten von einer hohen Dunkelziffer aus. Verbrecherclans, die ganze Stadtviertel beherrschen, Bürgerinnen und Bürger in Angst, Polizeibeamte, die an ihre Grenzen stoßen – wie dramatisch ist die Entwicklung und welche Auswirkung haben die Verbrechen auf die öffentliche Sicherheit und die Wirtschaft? Hintergründe von Andreas Herholz

Was ist Organisierte  Kriminalität?

Es geht um kriminelle Gruppen, auch international vernetzt, die systematisch aus Gewinn- und Machtstreben Straftaten von erheblicher Bedeutung vorbereiten und begehen. Die Banden verwenden dabei auch gewerbliche Strukturen, wenden Gewalt an, schüchtern Opfer ein und nehmen mitunter auch Einfluss auf Politik, Justiz und Verwaltung.

Wie hat sich die  Organisierte Kriminalität entwickelt?

2014 haben die Sicherheitsbehörden in diesem Bereich 571 Ermittlungsverfahren und damit neun weniger als 2013  gezählt.  Immerhin 299 Verfahren waren neu eingeleitet worden, eins mehr als im Vorjahr. Dagegen konnten nur 277 abgeschlossen werden. Die Zahl der Tatverdächtigen hat von 9155 im Jahr 2013 auf 8700 verringert. Das Gros der Verdächtigen im Visier der Ermittler waren Ausländer (5450/62,6 Prozent). Deutsche, Türken und Litauer stellen die meisten Tatverdächtigen.

Wo sind Brennpunkte?

Spitzenreiter war 2014 wie schon 2013 das bevölkerungsstärkste Bundesland Nordrhein-Westfalen mit 103 Ermittlungsverfahren. Auf Platz Zwei folgt Niedersachsen (71/66) vor Bayern (67/77).

Um welche Verbrechen  handelt es sich?

Weit vorn in der Statistik steht bei den Bandendelikten weiterhin der Rauschgifthandel. Danach folgt die Eigentumskriminalität. Verbrecherbanden haben 2014 so viele Einbrüche und Diebstähle begangen wie seit acht Jahren nicht mehr – ein Plus von rund 60 Prozent. Auf Platz Drei folgt die Wirtschaftskriminalität

Was will die Regierung  gegen Organisierte  Kriminalität tun?

Eine Gesetzesänderung soll noch in dieser Legislaturperiode dafür sorgen, dass künftig bereits die Mitgliedschaft in einer solchen Vereinigung bestraft werden kann. Außerdem setzt Thomas de Maizière auf eine Intensivierung der internationalen Kooperation.

 

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