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Politik

21. November 2017 | 22:29 Uhr

Kommentar : Kein Schlussstrich

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wenn 80 Prozent der Deutschen die Geschichte der Judenverfolgung lieber hinter sich lassen wollen, ist dies ein Warnsignal.

Es ist eine Begegnung mit dem Unfassbaren, die Erinnerung an die Hölle. Beim Blick auf die Gleise und das steinerne Tor des Vernichtungslagers Auschwitz, dem Symbol für den Holocaust, wird man sprachlos. Die Erinnerung an die Shoa, an das unvorstellbare Maß an Unmenschlichkeit der Nazis, muss wach gehalten werden. Es darf keinen Schlussstrich geben. Und wenn 80 Prozent der Deutschen die Geschichte der Judenverfolgung lieber hinter sich lassen wollen, ist dies ein Warnsignal. Es gibt keine deutsche Identität ohne Auschwitz. Die Verantwortung und Erinnerung lässt sich nicht einfach mir nichts dir nichts
70 Jahre nach der Befreiung des Lagers und dem Ende der Nazi-Herrschaft abschütteln. Antisemitismus in Deutschland ist leider wieder alltäglich geworden. Zehntausende folgen fremdenfeindlichen Parolen. Es droht eine neue Saat von Intoleranz, Gewalt und Hass aufzugehen. Es braucht keinen Schlussstrich, nicht weniger Erinnerung, sondern mehr.

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