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Keine Pegida-Demo am Montag : Kathrin Oertel verlässt Pegida

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Vier Mitglieder des Pegida-Organisationsteams sind zurückgetreten. Grund soll der ehemalige Vorsitzende Lutz Bachmann sein.

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erstellt am 28.Jan.2015 | 15:24 Uhr

Führungskrise bei Pegida: Die Sprecherin der islamkritischen Bewegung, Kathrin Oertel, und vier weitere Mitglieder des Organisationsteams ziehen sich zurück. Oertel habe vorerst ihr Amt als Pressesprecherin niedergelegt, teilte Pegida mit und spricht von einer „Auszeit“ wegen massiver Anfeindungen, Drohungen und beruflicher Nachteile. In den nächsten Tagen soll ein neuer Vorstand gewählt werden. Die nächste Pegida-Demonstration in Dresden am kommenden Montag hat das Bündnis abgesagt.

Einigen aus der Pegida-Spitze wurde es nun zu viel. Bachmann habe sich nicht in dem Maße zurückgezogen, „wie wir uns das wünschen“, sagt einer der Aussteiger, das AfD-Mitglied Achim Exner. „Bislang hat sich Pegida auf die bürgerliche Mitte konzentriert, derzeit gibt es jedoch eine Tendenz zum rechten Rand, die wir nicht mittragen können.“ Auch René Jahn, der ebenfalls den Führungszirkel verlassen hat, schimpft, es könne nicht sein, dass sich Pegida in aller Deutlichkeit von Bachmanns Äußerungen distanziere, dieser aber im Organisations-Team bleiben wolle. „Mit diesem Nazi-Zeug und den rechten Äußerungen möchte ich nichts zu tun haben.“ Bachmann stellt die Sache anders dar. Oertel habe sich zurückgezogen, weil sie aus Antifa-Kreisen massiv bedroht worden sei. Nun müsse ein neuer Vorstand gewählt werden. Übernimmt Bachmann wieder die Führung? Er verneint. Dafür stehe er nicht zur Verfügung. „Ich bin auch froh, dass ich draußen bin. Ich will gar nicht mehr.“ Und Oertel? Von ihr persönlich ist zunächst nichts zu hören. Sie sollte nach dem Bachmann-Rückzug das neue, saubere Gesicht der Pegida sein - ohne kriminelle und fremdenfeindliche Vergangenheit. Doch dieser Plan hatte nicht lange Bestand.

Ist Pegida nun am Ende?
Die Meinungen der Experten gehen auseinander. Der Berliner Politikwissenschaftler Hajo Funke sieht keine Zukunft mehr für das Bündnis. Das Chaos an der Spitze sei der Anfang vom Ende. „Man kann keine Bewegung erhalten, die in sich zerstritten ist und nicht weiß, was sie will“, meint er. „Es spricht viel dafür, dass die Bewegung in dieser Form bald zerfallen wird.“ Das Aufbauen von Feindbildern - gegen Muslime und Zuwanderer - genüge nicht, um die Bewegung zusammenzuhalten. „Das Faszinosum ist längst weg.“ Der Extremismus-Experte Timo Reinfrank ist zurückhaltender. „Ich glaube noch nicht, dass dies das Aus ist“, sagt er. Reinfrank arbeitet für die Amadeu-Antonio-Stiftung, die Initiativen gegen Rechtsextremismus unterstützt. Pegida hänge nicht an einzelnen Personen, meint er. „Personalfragen haben für die meisten Leute, die da auf die Straße gehen, keine Relevanz.“ Mehrere Mitglieder, die sich nun aus der Pegida-Spitze zurückgezogen hätten, seien bislang ohnehin so gut wie gar nicht öffentlich in Erscheinung getreten.

Aber auch Reinfrank glaubt nicht, dass die Bewegung noch weiter wachsen wird - in vielen Städten werde sie eher ganz verschwinden, meint er. Bei der jüngsten Demonstration am vergangenen Sonntag in Dresden zeigte sich bereits, dass die Anziehungskraft der Bewegung ihre Grenzen hat. Rund 17 000 Menschen brachte das Bündnis dort auf die Straße. 25 000 waren es bei dem Mal zuvor gewesen. Die Teilnehmerzahl ging also erstmals zurück.

Der Dresdener Politologe Werner Patzelt meint, die nächste Demonstration werde zeigen, wie es mit Pegida weitergeht, ob die Bewegung nun nach rechts rückt und „ob sich nur vielleicht 600 oder 900 Rechtsradikale einfinden statt den Tausenden der letzten Male“.

Die „Stunde der Wahrheit“, wie Patzelt es nennt, verzögert sich aber: Die geplante Demonstration für den kommenden Montag hat Pegida nach dem Personal-Debakel erst einmal abgesagt.

Neben Bachmann galt Oertel als Gesicht der Pegida-Bewegung.  Sie hatte den Verein mitgegründet und vertrat ihn bei Presseterminen, wie zum Beispiel in einer ARD-Talkshow bei Günter Jauch.

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