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Brexit-Verhandlungen : Jetzt gehts ans Eingemachte

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Brexit-Verhandlungen haben heute richtig begonnen: Vier Dinge, die man wissen sollte

Die erste Runde der Brexit-Verhandlungen Ende Juni war kaum mehr als ein Beschnuppern. Mit großen Differenzen und nichtssagenden Floskeln hat hingegen gestern das eigentliche Ringen um Details des britischen EU-Austritts 2019 begonnen. Es werden schwierige Wochen und Monate – für die Unterhändler, aber auch für alle anderen, die den komplizierten Einzelheiten folgen wollen. Das Wichtigste im Überblick:

Was bisher geschah: Nach dem Votum einer knappen Mehrheit britischer Wähler für den EU-Austritt am 23. Juni 2016 schickte Premierministerin Theresa May am 29. März offiziell die Scheidungspapiere nach Brüssel und startete damit die zweijährige Frist für einen Trennungsvertrag mit der Europäischen Union. Dann folgte eine Warteschleife für die von May ausgerufene Unterhauswahl am 8. Juni, die sie wider Erwarten nicht stärkte, sondern die konservative Mehrheit im Unterhaus kostete.

Wer am Verhandlungstisch sitzt: Als Emissär der nur noch geduldeten Minderheitsregierung May verhandelt Brexit-Minister David Davis mit dem EU-Chefunterhändler Michel Barnier. In der zweiten Reihe brüten der britische Staatssekretär Oliver Robbins und Barniers Stellvertreterin, die Deutsche Sabine Weyand, mit Experten über den schwierigsten Themen.

Worum es geht: Die EU hat drei Fragen zu Topthemen erklärt, die bis Herbst weitgehend abgeräumt werden sollen: Bleiberechte für rund 3,2 Millionen EU-Bürger in Großbritannien und 1,2 Millionen Briten in der EU; finanzielle Pflichten Londons aus der gemeinsamen EU-Zeit, inoffiziell geschätzt auf bis zu 100 Milliarden Euro; und die Gestaltung einer möglichst durchlässigen EU-Außengrenze zwischen der Republik Irland und dem britischen Nordirland. In allen drei Fragen brauche man rasch substanzielle Fortschritte, mahnte Barnier.

Was besonders umstritten ist: Die britsche Regierung hat zur Frage der Bleiberechte ein detailliertes Angebot vorgelegt: Alle EU-Bürger im Vereinigten Königreich sollen die Chance bekommen, sich um einen „gesicherten Status“ zu bewerben und zu bleiben. Doch der EU geht das nicht weit genug. Knackpunkte sind die vorgeschlagene Bewerbung (die auch abgelehnt werden kann), die Sonderkategorie „settled status“ (den man bei längerer Abwesenheit verlieren kann) und der Familiennachzug. Zu anderen EU-Prioritäten hat sich Großbritannien noch nicht exakt positioniert. EU-Finanzforderungen wischte Außenminister Boris Johnson vorige Woche so schnippisch beiseite, dass Barnier grundsätzlich wurde: „Es ist unerlässlich, dass das Vereinigte Königreich die Existenz finanzieller Verpflichtungen anerkennt.“

 

 

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erstellt am 17.Jul.2017 | 21:00 Uhr

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