Manuela Schwesig (SPD) : „Jeder Tag ist Vatertag“

Gastbeitrag der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

svz.de von
25. Mai 2017, 05:00 Uhr

Moderne Familienpolitik ist auch Politik für Väter, die sich Zeit für die Familie nehmen und Verantwortung übernehmen. Moderne Familienpolitik ist Politik für Väter und Mütter, die Familie partnerschaftlich leben wollen. Väter sind überall. Und viele machen deutlich, dass ihnen ihre Kinder wichtig sind: auf dem Spielplatz, in der Elternversammlung, im Pekip-Kurs. Väter übernehmen Verantwortung in der Familie, und auch getrennt erziehende Väter bleiben für ihre Kinder wichtig. Väter erwarten dafür Respekt und Unterstützung von der Politik. Für die Familienpolitik ist das eine relativ neue und wichtige Perspektive: Acht von zehn Vätern wünschen sich mehr Zeit für die Familie. Immer mehr Väter bevorzugen ein Familienmodell, in dem sich Vater und Mutter etwa gleich viel um Haushalt und Kindererziehung kümmern. Aber Väter tun sich schwerer, zu ihren Vorgesetzten zu gehen und Elternzeit anzukündigen. Was sich für Mütter oft als Karrierehindernis herausstellt, ist für Väter nicht selten der Karrierekiller. Väter, die die Arbeitszeit reduzieren, werden immer noch schief angeschaut - auch von den Kollegen. Selbst die Tatsache, dass Männer im Schnitt ein höheres Einkommen haben als Frauen, hat aus Vätersicht einen Haken: Auf den Lohn des Vaters kann die Familie weniger verzichten. Also bleiben Väter voll erwerbstätig, obwohl sie sich eigentlich mehr Zeit für die Familie nehmen wollen. Der Weg vom Wunsch nach mehr Familie zu tatsächlicher Partnerschaftlichkeit kann weit sein.

Politische Unterstützung kann diesen Weg abkürzen, und wir haben in den letzten Jahren einiges dafür getan. Das ElterngeldPlus zum Beispiel kommt bei Vätern gut an. Der Partnerschaftsbonus macht es leichter, dass Vater und Mutter gleichzeitig 25 bis 30 Wochenstunden erwerbstätig sind. Mein Vorschlag darüber hinaus ist eine Familienarbeitszeit, die Väter weitergehend unterstützt: Ein Familiengeld von 300 Euro für Mutter und Vater vergrößert den finanziellen Spielraum bei vollzeitnaher Teilzeit erheblich. Ein weiterer wichtiger Schritt wäre das Rückkehrrecht von Teilzeit auf Vollzeit. Männer werden nur verstärkt ihre Arbeitszeit reduzieren können, wenn sie anschließend auch wieder Vollzeit arbeiten dürfen. Deshalb ist die Absage von Frau Merkel nicht nur ein Schlag ins Gesicht für die vielen Teilzeit arbeitenden Mütter, sondern auch für Väter. Gefragt sind auch die Arbeitgeber: Wenn der Arbeitsplatz sicher und der Arbeitgeber familienorientiert ist, entscheiden sich Väter leichter für Elternmonate. Längst ist auch bekannt, dass sich Familienfreundlichkeit durch flexible Arbeitszeitmodelle, mobiles Arbeiten und Absprachen im Team gut umsetzen lässt. Was für Mütter geht, geht für Väter auch! Es ist Zeit für mehr Familie und für eine Politik, die Väter und Partnerschaftlichkeit unterstützt. Jeden Tag. Denn für die vielen Väter im Land ist jeder Tag Vatertag.

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