Umfrage unter Bundesländern : Jede zweite Abschiebung im Norden gescheitert

<p>Abgelehnte Asylbewerber werden von der Polizei abgeholt.</p>
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Abgelehnte Asylbewerber werden von der Polizei abgeholt.

Krank, keinen Pass, Kirchenasyl: 902 von 1737 Abschiebungen in Mecklenburg-Vorpommern konnten 2016 nicht vollzogen werden.

svz.de von
28. März 2017, 11:45 Uhr

In Norddeutschland ist im vergangenen Jahr jede zweite Abschiebung gescheitert. Das zeigen Zahlen der Innenbehörden von Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, die unsere Redaktion erfragt hat. Von 9430 geplanten Abschiebungen platzten demnach 4803.

Bundesweit ergibt sich ein ähnliches Bild. Insgesamt zwölf Länder meldeten auf Anfrage unserer Redaktion, dass von 25.064 Abschiebungen 13.824 missglückt sind. Keine Angaben dazu konnten Brandenburg, Berlin, Nordrhein-Westfalen und Hessen machen.

Krank, keinen Pass, Kirchenasyl

Die Länder führten eine ganze Reihe von Gründen für das Scheitern an: Personen seien am Tag der Abschiebung nicht angetroffen worden oder erkrankt gewesen. Zudem hätten Ausweisdokumente gefehlt. Auch Kirchenasyl wird genannt.

Niedersachsen hatte bereits auf Anfrage der CDU-Landtagsfraktion erklärt, dass 2016 insgesamt 2390 von 4349 geplanten Abschiebungen nicht vollzogen werden konnten. In Hamburg waren es 1009 von 1814, in Schleswig-Holstein 481 von 1453, in Mecklenburg-Vorpommern 902 von 1737 und in Bremen 21 von 77, teilten die jeweiligen Innenbehörden auf Anfrage mit.

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